China 2008
in drei Monaten quer durch ein Land, welches fast schon ein Kontinent ist

Erklärung zur Karte:

- zur Vergrößerung im neuen Fenster öffnen

- roter Punkt: in der Stadt  habe ich übernachtet

- schwarze Linie:
die ungefähre Reiseroute
mit Bus und Bahn

Zu Beginn eine Landkarte von China nebst meiner Reiseroute von Shanghai nach Peking. Anfangs an meinem Plan festhaltend, reiste ich von Shanghai westwärts, bis mich die Nachrichten aus Tibet auf eine neue Route zwangen. Letztendlich habe ich dadurch viel mehr von China gesehen, war im warmen und grünen Süden nahe der vietnamesischen Grenze, in der tiefsten Schlucht der Welt am Yangzi, in tibetischen Regionen am 6740 m hohen Kawa Karpo und dem noch schmalen Mekong, den Wüsten im Nordwesten und ihren Oasenstädten an der alten Seidenstrasse, im Labrang Kloster, am westlichen Ende der Großen Mauer in Jiayuguan genau so wie an deren östlichen Ende in Shanhaiguan, wo sie im Meer endet. Dazu heilige Berge, immer wieder Tempel und die Verbotene Stadt nebst tausenden von Eindrücken die selbst meine Fotos nur schwer vermitteln können.

Ein paar allgemeine Worte zum Land selbst. Es als Backpacker zu bereisen erwies sich wie gedacht als ein nie enden wollendes Abenteuer. An Informationen ranzukommen war schwer, und hatte man sie war noch längst nicht sicher das sie auch stimmten. Englisch sprechende Chinesen werden mit der Entfernung von Touristenzentren selten und ein Phrasebook mit chinesischen Schriftzeichen immens wichtig. Die Chinesen sind keineswegs die freundlichsten Menschen, sie drängeln vor wo immer es geht und denken anscheinend zuerst an sich, wobei Regeln und Vorschriften meist nur dazu da sind um gebrochen zu werden, egal ob im Verkehr oder im täglichen Miteinander. Trotzdem konnte ich die Reise genießen, nahm jede sich ergebende Schwierigkeit als neue Herausforderung und traf wo immer ich war auf wenigstens einen freundlichen und hilfreichen Menschen.

7. März 2008. Die Reise beginnt mit Problemen. Streik vom Flughafenpersonal in Deutschland. Glücklicherweise sind meine Flüge nicht betroffen, auch wenn mein Gepäck erst 8 Stunden nach mir in Shanghai eintrifft. Die kosmopolitische Stadt am Meer verschafft mir den ersten erwarteten Kulturschock. Trotz einiger Reise Erfahrung ist hier alles anders und von einer Eindrücklichkeit die mich die ganze Reise begleiten sollte. Eigentlich bräuchte ich den Fotoapparat gar nicht aus der Hand zu legen, ein Motiv jagt das nächste.
Das erste Erlebnis gleich zu Beginn: Vom Flughafen Shanghai nehme ich den schnellsten Zug der Welt, einen Transrapid, der mich mit bis zu 431 km/h in die Stadt bringt - ein irres Gefühl. An den ersten Tagen bleibt das Wetter grau und regnerisch, ich schaffe es trotzdem zwei Tage durch die Strassen der Metropole zu streifen.

der Welt einziger Transrapid

Spitze 431 km/h - Wahnsinn

Skyline von Schanghai

Wohnblock made in China

Am 4. Tag zur ersten Zugfahrt. Mit einem Zettel in chinesischen Schriftzeichen (die Mädels vom Hostel waren sehr hilfreich) wird nur die Suche vom Fahrkartenschalter (in China fast immer außerhalb vom eigentlichen Bahnhof) zur Geduldsprobe. Nach zwei Stunden Fahrt Ankunft in Suzhou, die Stadt der Gärten. Nehme Taxi zum nächsten Hostel, denn der städtische Nahverkehr ist noch zu schwierig für mich und ein Taxi bezahlbar (Durchschnitt 2 Euro pro Fahrt). In den nächsten Tagen sehe ich viele Gärten, denen leider so früh im Jahr noch das Grün der Pflanzen fehlt. Dazu kommt das Erkennen das man in China für alles und jedes Eintritt bezahlen muss. Fast jeder Park, Tempel, Garten, Park und später sogar Seen oder Berge sind abgesperrt und die Eintrittsgelder läppern sich trotz Preisen zwischen 1,50 und 20 Euro. Ein weiterer Fakt: Selbst bei schönstem Wetter sieht man keinen blauen Himmel. Smog formt milchig bis gelblichen Himmel, egal wie schön die Sonne darüber scheint.

Stillleben auf chinesisch

auch so können Chinesen bauen

Werbung mit Übersetzung

hübsche Gartendetails

In Suzhou verfügen die Restaurants nach wie vor häufig über englische Speisekarten, ein Umstand der die Auswahl von Gerichten stark erleichtert, wenngleich auch da so manche Überraschung lauert. Suppen z.B. sind wenig empfehlenswert, da meist wässrig und praktisch geschmacklos. Dafür sind alle anderen Portionen meist preiswert und großzügig, wobei Reis auf der Rechnung entweder gar nicht erscheint oder selbst bei überdimensionalen Portionen mit 20 Cent zu Buche schlagen. So kosten mich vollwertige Mahlzeiten im Durchschnitt 3 Euro.
Für einen Tag fahre ich von Suzhou nach Tongli, einem sogenannten Kanaldorf. Zwar touristisch, aber überaus nett anzusehen wie sich alte chinesische Architektur an den Wasserstraßen entlang zieht und mit kleinen Brücken und schmalen Gässchen ergänzt wird. Im üblichen Eintrittspreis enthalten ist die die Bootsfahrt zu einer kleinen Insel mit dem ersten buddhistischen Tempel für mich. Eindrücklich und wunderschön.
Nebenbei wird langsam zur Gewissheit was ich in den ersten Tagen noch als Zufall gesehen habe: der Umgang mit Müll in diesem Land. Es ist erschreckend wie die Chinesen mit ihrer Umwelt umgehen. Wo sie gehen und stehen lassen sie ihren Müll fallen, auch wenn der Abfallkorb (ich war noch nie in einem Land mit so viel öffentlichen Mülleimern) nur
5 Meter entfernt ist. Das selbe passiert z.B. in Zügen: Statt die Möglichkeiten im Abteil zu nutzen fliegt fast alles aus dem Fenster. Absolut grausig und eine Sache die mir im ganzen Land, selbst im allerletzten Dorf, immer wieder massiv aufgefallen ist.

Tongli - Dorf im Venedig-Stil    der allgegenwärtige Müll          schöne Tempel...                   ...mit passender Kalligraphie

Am 12.März nach Hangzhou. Meine erste längere Busfahrt klappt problemlos ohne fremde Hilfe. Einzig mein Reiseführer wird gebraucht, denn darin stehen viele Städte und Sehenswürdigkeiten in chinesischen Schriftzeichen, sehr hilfreich. Die Fahrt zeigt viele Fotomotive, nur sind die Busfenster wie auch auf späteren Strecken dreckig und staubig, ein Umstand den fast das ganze Land teilt (evolutionäre Frage: haben Chinesen Schlitzaugen weil die viele durch den Wind aufgewirbelte trockene Erde das Augenzukneifen gefördert hat?)
In Hangzhou fühle ich mich sofort heimisch. Ein tolles Hostel 100 Meter neben dem großes Xi Hu (Westsee) inmitten eines Parks und die wie üblich große und laute Millionenstadt scheinbar weit weit weg. Zeit zum Durchatmen. Drei Tage lang streife ich am und um den See, sehe Tempel, Pagoden, alte Gräber und Touristen über Touristen, von denen 99,9% aus China kommen. Ich dachte in der Nebensaison unterwegs zu sein, was anscheinend auch so ist. Nur das sogar in dieser Zeit ungelogen hunderttausende von Einheimischen ebenso reisen. Diese Gruppen sind Rentner lastig und die Führer benutzen häufig ein Megaphon. Ein Umstand der so manche Sehenswürdigkeit zu einem überfüllten und überaus lauten Treffpunkt werden ließ. Trotzdem beginne ich diese Reise sichtlich zu genießen. Im Hostel treffe ich zum ersten Mal auf Pavel und Elona, ein russisch/israelisches Paar das meinen Weg noch häufig kreuzen sollte.

morgendliches Tai-Chi mit..    ...und ohne Schwert im Park    Touristenströme am Xi Hu       Sonnenuntergang am Xi Hu

Von Hangzhou nehme ich erneut einen Fernbus, der mich über niegelnagelneue Highways nach Tunxi (auch Huang Shan City genannt) bringt. Die Autobahnen wären ein Traum für Deutsche: modern, gut ausgebaut und fast leer. Einziger Knackpunkt: alles Maut pflichtig, wobei der Durchschnitt bei 1 Yuan (immerhin 10 Cent) pro Km liegt. Übrigens: Es ist derzeit noch für Ausländer verboten ein Auto zu mieten. Bei den verwirrenden Wegweisern und Hinweisschildern durchaus verständlich.
In Tunxi Stadtbummel durch eine schöne Altstadt mit tausenden der bekannten chinesischen roten Laternen (bei genauerem Hinsehen steht auf jeder von ihnen ein Schriftzug: Coca Cola). Da der Wetterbericht für die nächsten Tage kein gutes Wetter verspricht hoffe ich auf mein Glück und buche für den nächsten Tag den Transport zum Huang Shan (gelber Berg oder gelbes Gebirge).
Petrus will mich ärgern und lässt es am Morgen regnen. Trotzdem nehme ich den Bus und werde am Berg dafür belohnt das es wenigstens von nun an trocken bleibt. Nach dem üblichen Eintrittsgeld (200 Yuan, mehr als ich für einen Tag zum Leben brauche) nehmen 99% aller Touris die Gondelbahn (wären noch mal 60 Yuan). Doch auf einen heiligen Berg steige ich zu Fuß. In diesem Fall sind das schier endlose Treppen, geschätzt steige ich an diesem Tag über 12.000 Stufen rauf und runter. Abgesehen von den zahllosen chinesischen Touristen ein eindrücklicher Tag zwischen Felsen, einzeln sich festklammernden Kiefern und dem “Meer der Wolken”, welches tiefere Wolkenschichten am Gebirge anstranden lässt. Trotz des stark bewölkten Wetters ein Hingucker.
Noch kurz zum ersten Foto in der nächsten Reihe: Werbung funktioniert zu fast 90 % mit “westlichen” Models. Ein Umstand der verblüfft. Das Schönheitsideal für Chinesen sind somit wir. Sehr seltsam, stellt euch mal vor die ganze Werbung bei uns würde nur mit Chinesen gemacht???!!!

Werbung, groß und westlich       Altstadt von Tunxi                       auf dem Huang Shan                   das Wolkenmeer am Huang Shan

Das Wetter bleibt mies und ich mache Pause in Tunxi. Pavel und Elona kamen aus Hangzhou nach und neue Bekannte dazu. Ich erfahre von den Tibetproblemen. was mich für einen halben Tag ziemlich runterzieht. Doch dann entsteht ein neuer Plan im Kopf, der mich demnächst auf eine neue Reiseroute bringt.
Nächstes Ziel wird wie geplant der Jiuhua Shan, ein weiterer heiliger Berg. Im dortigen Dorf treffen mit mir ein Holländer und ein Japaner ein, beide ein Stück über 40. Wir werden schnell zu einem Trio und wohnen die nächsten Tage zusammen. Der Aufstieg zum Gipfel des Berges erweist sich als schwierig, denn an diesem Tag herrscht Nebel mit morgendlichen Sichtweiten unter 10 Meter. Das hat aber etwas sehr mystisches und taucht die Tempel auf dem Weg in geheimnisvolles Licht. Wieder sind tausende von Stufen zu nehmen und ein paar Mönche auf dem Weg wundern sich lautstark warum ich so komisch gekleidet bin, denn sie denken in mir einen Glaubensbruder zu sehen (mein Kopf ist meist frisch rasiert). Weiter oben kleben die Gebäude buchstäblich an den Felsen, was ich am späten Nachmittag aus der Ferne vom inzwischen fast nebelfreien Tag fototechnisch dokumentieren konnte. Abends treffe ich mich immer mit meinen Zimmerkollegen und wir gehen gemeinsam essen. Das ist ganz gut so, denn hier kommen selten Ausländer her und die Speisekarten kann nur Won Ting Kai, unser Japaner im Trio, lesen. Selbst Walter, der Holländer, kann trotz zwei Jahren Leben in China nur gebrochen die Sprache. Von ihm bekomme ich übrigens ein kleines Wörterbuch geschenkt, in dem nützliche Sätze und Ausdrücke in chinesischen Schriftzeichen abgedruckt sind - sein Machwerk. So unterhalten wir uns dann über das Bücherschreiben wie richtige Schriftsteller...  

gravierte Schlösser als Zeichen ewiger Liebe auf dem...                                                                                ...Jiuhua Shan

Bergtempel im Nebel              Steinmetzkunst der Extraklasse

Nach Jiuhua Shan ein größerer Sprung nach Westen. Morgens um 7 Uhr startet der Bus und wir sollten bis zum späten Nachmittag unterwegs sein. Es wird die erste richtige Härteprobe in Sachen Transport, denn der Bus ist alt, die Sitze durchgesessen und die benutzten Strassen teilweise so schlecht das es einen bei den größeren Schlaglöchern aus dem Sitz hebt. Dazu benutzt der Fahrer wie so viele in diesem Land sehr häufig die nervige Hupe, was Schläfchen nur in kurzen Stücken erlaubt. An einer Tankstelle dann Anarchie pur. Unser Fahrer kämpft mit LKW’s um den nächsten freien Platz an der Zapfsäule, es regiert das Gesetz des Stärkeren. Da wird gebrüllt, gedroht und um jeden freien Zentimeter gefightet, kein schönes Erlebnis. Am späten Nachmittag endlich Wuhan. Eine weitere Großstadt, die der sehr breite Yangze in drei Stücke teilt. Ein Hostel ist bald gefunden, glücklicherweise in einer ruhigen Seitenstrasse.
Gleich am nächsten Tag weiter mit dem Bus. Regen, Niesel und eine Klimaanlage die anscheinend auf “Kalt” steht. Dafür ordentliche Strassen und “nur” fünf Stunden Fahrt. Dabei fahren wir an einer riesigen Autobahnbaustelle entlang. Auf mehr als 20 km haben die Chinesen den Highway komplett auf ca. 10 Meter hohe Betonpfeiler gestellt, um bei einem Yangze Hochwasser nicht überspühlt zu werden. Damit wird klar warum dieses Land über einen dermaßen hohen Rohstoffhunger verfügt.
Nächster Etappenort: Yichang - am Damm der drei Schluchten. Hostel ist keins verfügbar, also klapper ich die Hotels ab und werde nach einer Stunde fündig. Ein Doppelzimmer, an einer der Hauptstrassen aber nicht zu laut, abgewohnt, aber nicht dreckig, für 9 Euro die Nacht. Am Nachmittag ein Bummel, denn der Regen hört langsam auf.
Am nächsten Tag zum Staudamm. War ein Kampf mit den öffentlichen Bussen dahin zu gelangen, zu viele widersprüchliche Aussagen von Einheimischen. Am Eingang ein fettes Eintrittsgeld (11 Euro, also mehr als eine Nacht im Hotel) und ein “hautnaher” Sicherheitscheck. Der Damm selbst hat wenig beeindruckt, das war kaum einen Besuch wert, und auch von den nahen Schluchten ist bei der diesigen Luft (Smog?!) nur wenig zu sehen. Kein Bedarf für mich eine der vielgepriesenen Schifffahrten zu unternehmen, die letztendlich über einen angestauten See von 670 km Länge führen.

die Tempel am Jiuhua Shan       der größte Damm der Welt        Transport in China                  Stufen über Stufen auf den Bergen

Noch am selben Tag weiter, zum ersten Mal mit dem Zug. Die Bilder aus dem Winter mit chaotischen Zuständen auf den Bahnhöfen in China sind problemlos zu erklären. Viele Reisende, alle dürfen erst auf den Bahnsteig wenn der Zug eingefahren ist und es wird gedrängelt, geschoben und gedrückt was das Zeug hält (und dabei haben 90% der Leute eine Platzkarte). Habe nur Hartsitzklasse bekommen und teile mir eine mit Deutschland in den 80gern zu vergleichende Sitzbank zweiter Klasse mit zwei anderen. Das wird eng und unbequem mit der Zeit, denn man kommt seinem Nachbarn wohl oder übel sehr nahe. Dazu 30°C im Waggon, obwohl alle Fenster auf sind. Was ich daraus gelernt habe? Möglichst lange Kleidung tragen, egal wie warm es ist, das beugt so manchem Unbehagen vor...
Ankunft in Zhangjiajie am späten Nachmittag. Am Bahnhof die Meute von Taxifahrern und Schleppern, durch die man erst Mal durch muss. Ich habe die Adresse vom Hostel nur in Pinyin und selbst Taxifahrer können (oder wollen?) das ohne richtige chinesische Schriftzeichen nicht verstehen. Zwei Stunden irre ich durch die Stadt und komme der gewünschten Adresse immer näher. In der hereinbrechenden Dämmerung wird die Gegend langsam schäbiger und eine chinesische Studentin spricht mich in gebrochenem Englisch an, denn sie ist der Meinung das ich nicht sicher vor Räubern bin. Das Gefühl habe ich nicht, trotzdem nehme ich ihre Hilfe gern an. Selbst mit ihr dauert die Suche eine weitere halbe Stunde, während der wir teilweise mit zehn Einheimischen unter einer Laterne
diskutieren. Ein alter Mann erkennt schließlich das Symbol vom HI-Hostel und glücklich kann ich dort nach einer langen Verabschiedungszeremonie einchecken. Das war ein harter Tag.

erster Eindruck von Zhangjiajie  der Nationalpark - eine Wucht  kein gestelltes Bild,reiner Zufall  Felsnadeln, 200 m hoch

Ein abgedroschener Spruch: “nach Regen kommt Sonnenschein” bewahrheitet sich. Fahre ins “Dörfchen” Suoxi (ca. 20.000 Einwohner) bei Zhangjiajie. Beginne meine Hotelsuche 300 m vor dem Eingang in den Nationalpark im nobelsten Hotel am Platz. Die sehen zum ersten Mal einen Ausländer als möglichen Gast und so endet die Verhandlung über ein schönes wenn auch abgewohntes Doppelzimmer incl. Balkon und Frühstück nach anfänglichen 76 Euro die Nacht bei 16,50 Euro (zum Vergleich: die letzte Nacht im Hostel kam 2 Euro!). Sachen abstellen und gleich in den Nationalpark. Das Ticket dort gilt zwei Tage und wird mit einem Daumenabdruck (!!!) personifiziert, der Technik sei Dank. Im Park verkehren auf schlechten Strassen zig Busse (Nationalpark und jede Menge verbrannter Diesel, was für eine Kombination) die die meisten Urlauber zu touristisch relevanten Orten bringen. Ich habe mehr Zeit und streife anderthalb Tage durch eine faszinierende Landschaft. Stellt euch einfach das Elbsandsteingebirge in XXL vor. Felsnadeln, enge Schluchten und steile Wände. Die Aussichtspunkte sind teilweise in Schwindel erregender Höhe an der allerletzten Felskante befestigt, Herzklopfen beim Blick in die Tiefe inclusive. Ich gehe den Touristengruppen weitestgehend aus dem Weg (die Tipps habe ich vom Freund einer Hotelangestellten (ein lokaler Fremdenführer), die mich eingecheckt hat)) und habe zum ersten Mal in diesem Land das 100%tige Urlaubsgefühl. Gut und lecker essen (abgesehen vom chinesischen Frühstücks Büfett, ein Graus), kein Großstadtlärm in einem überaus gutem Hotel und nebenbei herrliche Landschaften mit Affen in halbwilder Umgebung.

Abends in der Nähe von Suox    ein Teil der Busarmada im Park    James Dean auf chinesisch    Geschichte und Neuzeit in Guilin

Hatte ich Zhangjiajie noch auf meinem ursprünglichen Plan, beginnt nun ein unfreiwillige Kursänderung, um der Sache in Tibet Zeit zum Abkühlen zu geben. Ich hatte mir rechtzeitig ein Hartbettenticket für den Nachtzug gekauft und kann ganz entspannt nach Liuzhou reisen. Hartbett ist wie ein Liegeabteil zweiter Klasse in Deutschland und in China das beste Preis-Leistungsverhältnis beim Zugfahren. Die achtstündige Fahrt kostet 18 Euro, verläuft so ruhig das ich sogar ganz gut schlafen kann und spart mir die Hotelkosten für eine Nacht. Einzig die Ankunft in Liuzhou und das dortige Umsteigen in den Bus um 4 Uhr morgens war etwas unangenehm.
Nach weiteren drei Stunden Fahrt Ankunft in Guilin. Inzwischen bin ich mutiger, verzichte aufs Taxi und finde meinen Weg zum nächsten Hostel mit dem Stadtbus. Langsam fangen die Herausforderungen an Spaß zu machen. Im Hostel ein gutes Frühstück (europäisch geprägt) mit richtigem Kaffee. Ich bin kein Koffein-Junkie, aber die Tasse tat gut. Dabei lerne ich einen Zimmerkollegen kennen, Damian aus Frankreich - eine Begegnung mit Folgen. Er ist ein Reisegreenhorn, spricht wenig englisch und hat sich mit China als erstem Reiseland für etwas entschieden was eine Nummer zu schwierig ist. Mein Angebot mich zu begleiten nimmt er gern an und ich nehme ihn die nächsten Tage praktisch unter meine Fittiche.
Die Stadt Guilin kommt entspannt daher, trotz ihrer Größe. Viel grün, schattige Alleen und Menschen die ein Stück relaxter sind als im Norden. Dazu stehen bereits hier einige der Kalksteinfelsen, die steil und knubbelig diese Gegend bekannt gemacht haben.

Guilin-hübsches Panorama         ihre tollen Brücken                 Transportfahrzeug

Fahrzeuge in China sind der Hammer. Das nebenstehende Foto zeigt mein Lieblingsauto, das im ganzen Land anzutreffen ist. Irgendwie urig und mehr als Schritttempo schnell

Am nächsten Tag wechseln wir nach Yangshuo am Li Fluss. Dieses “Dorf” hat 300.000 Einwohner. Glücklicherweise durchziehen die Felsen das Stadtgebiet und lassen die Menschenmassen erträglich sein. Wir wohnen in der hübschen, wenn auch touristisch geprägten Altstadt. Hunderte von Neppern, Schleppern und Bauernfängern versuchen ihr Glück bei uns, vergeblich. Das Wetter spielt leider nicht richtig mit, es ist bewölkt und regnet immer wieder. Doch das ist hier normal, ebenso wie die gefühlte Luftfeuchtigkeit von 200%. Das Handtuch am Abend nach dem Duschen aufhängen, bedeutet es am nächsten Morgen noch feuchter wieder abzunehmen. Trotzdem genießen wir es, bummeln durch die Gegend und sind auf Pfaden unterwegs die von einem Weiler zum anderen führen. Wasser gibt es hier genug und die klassischen Reisfelder beherrschen das Bild.
Pavel und Elona treffen überraschend ein und wohnen im selben Hostel, was für eine Wiedersehensfreude.
Die Herren unternehmen am letzten geplanten Tag in Yangshuo eine Kahnparty, im chinesischen angeboten als Bambusrafting. Das Wetter grau in grau, aber wir wollen den Li Fluss sehen. Die freundlichen Mädels von der Hostelreception vermitteln einen Privatmann, der uns für 6 Euro pro Person eine Fahrt abseits der Tourimassen verspricht. Wir sind lucky bastards, denn es hört dann nicht nur auf zu regnen, sondern ab und zu kommt sogar die Sonne durch. Der alte Mann schippert uns auf seinem kleinen Bambusfloß den Fluss hinunter. Der ist ein Hammer und zu beiden Seiten erheben sich die grünen Felsen steil in den Himmel. Coole Geschichte. Wir haben viel Spaß und sind eine ganze Weile fast die einzigen auf dem Wasser. Das ändert sich weiter unten, als uns hunderte von kleinen Booten und zig große Schiffe begegnen, die leer zurück nach Guilin schippern, um morgen die nächste Ladung Touristen herzubringen. Wir sind glücklich und zufrieden und besteigen nach der Fahrt noch einen nahen Berg. Äußerst Schweis treibend bei der extrem schwülen Luft, aber es lohnt sich. Beweisfoto gleich hier darunter.

die Herrenparty mit Damian (vorn) und Pavel auf dem Li-Fluss... ...mit unserem Bambusfloß...     ...und dem Blick vom Berg

Mit Damian im Schlepptau bringt uns der Nachtzug nach Kunming, der Hauptstadt der südlichen Provinz Yunnan, nicht weit weg von der vietnamesischen Grenze. Eine weitere Großstadt die positiv auffällt und anscheinend ein relativ angenehmes Leben bietet. Der Sommer ist komplett zurück und die Temperaturen liegen über 30°C. Wir schauen uns Stadt wie Umgebung an, wobei vor allem die Westberge gleich an der Stadtgrenze begeistern. Schöne Ausblicke auf die Gegend, dazu kleine, von Mönchen gemachte Tunnel durch den Berg zu Balkonen und Tempeln die wahrlich beeindrucken. Viel Farbe, Gold und klassisch chinesische Architektur.
In Kunming erlebe ich zum ersten Mal einen chinesischen Tiermarkt. Junge, Junge, zusammengepfercht in enge Käfige oder in einfachen Pappkartons kannst du alles kaufen was im “Brehm’s Tierwelt” beschrieben ist. Vögel, Schlangen, Schildkröten und was sonst noch alles kreucht und fleucht.

im Tempelinneren auf den Westbergen in Kunming                   der Tiermarkt - ohne Worte              Kunming City

April 2008

Es wird Zeit allein weiterzuziehen. Damian hat sich nach meinem Zureden dafür entschieden das Land zu wechseln. Vorerst Vietnam, danach weiter in Südostasien. Für ihn bestimmt besser, da diese Länder ganz einfach leichter zu bereisen sind (Anmerkung vom Juli 2008: nach einigen e-mails von ihm weiss ich das er seine Reise inzwischen genießt und genug Erfahrung gesammelt hat um vielleicht doch noch mal durch China zu kommen).
Mein nächstes Ziel heißt Dali, im äußersten Südwesten Chinas. Der Zug endet leider 25 km vor der Stadt und die anschließende Busfahrt im vollkommen überfüllten Fahrzeug macht den halbstündigen Transfer zu einer grausigen Erfahrung. Aber wie so alles endet auch die und entläßt mich in eine weitere, von einer dicken Stadtmauer umgebene historisch interessante Stadt. Ich wohne ein wenig außerhalb, was den Vorzug hat wann immer ich will in die laute Innenstadt zu laufen und aber bei Bedarf mich auch in Ruhe zurückzuziehen. Ich bummel durch die interessanten Straßen und sehe mir vieles an, unter anderem die drei Pagoden. 

die drei Pagoden in Dali           ein ganz normales Wohnhaus   Stadttor von Dali bei Nacht     Blick vom Wolkenpass auf Dali

Einem Tipp vom Reiseführer folgend begebe ich mich ein paar Tage später mit meinem Gepäck in die nahen Berge, um im “Higherland Inn” zu wohnen, einem Hostel fern ab der lauten chinesischen Gesellschaft. Ein Volltreffer. Kleines Anwesen, nette Leute (praktisch wohnen hier nur Ausländer, den Chinesen wäre ein Haus so weit weg von der Stadt wohl zu einsam und suspekt) und Natur pur. Einzig der sogenannte Wolkenpass zieht sich als breiter und ebener Wanderweg auf einer Höhe am Rand des Gebirges entlang, der jedoch von den Chinesen nur zwischen den beiden Sesselliften benutzt wird..
Gegessen wird am Abend wie in Familie. Beim sogenannten family-dinner zahlt jeder 2 Euro und wir bekommen dafür eine reiche Auswahl von Gerichten vor die Nase gestellt. An einem Abend sind wir eine komplette Männerrunde, elf an der Zahl, sehr ungewöhnlich. Ich schließe während dem Aufenthalt neue Bekanntschaften, werde von einer Gasthausbesitzerin nach Schottland eingeladen und pokere mit drei Franzosen bis tief in die Nacht.
Eines Morgens mache ich mich bei tollem Wetter auf den Zhonge Gipfel zu besteigen. Mit im Schlepptau: James, der Londoner. Vom Startpunkt in 2.600 m Höhe geht es gleich steil bergan. Wegweiser existieren nicht und auch keine Landkarte, nur ein handgemaltes Blatt vom Hostel steht zur Hilfe bereit. Ab 3.300 m beginnt Eis und Schnee, ein Horror für James in Halbschuhen. Ich übernehme die Führung und versinke in der Folgezeit teilweise bis zum Oberschenkel im Schnee. Bei 3.700 m sind gestern die Israelis umgekehrt, doch wir wollen weiter. Leider nehmen wir, wie im nachhinein festgestellt, einen falschen Weg und kürzen unfreiwillig ab. Das bedeutet dann einen noch steileren Anstieg und schließlich quer über verschneite Abhänge mit einem Gefälle bis zu 60°. Das ist dann nicht mehr lustig und wird zur Herzklopfaktion. Die Hände werden steif vor Kälte, aber das Risiko bleibt in meinen Augen kalkulierbar. James ist da anderer Meinung und bleibt irgendwann zurück, ich bemerke es zu spät und bin allein auf weiter Flur. Eine riesige Erleichterung als der Gipfel erreicht ist. Oben eine Fernsehstation die total vereist ist und ein Ausblick auf die Gegend mit dem Prädikat gigantisch. Ich stehe immerhin auf 4092 m über dem Meeresspiegel. Hinunter ein anderer Weg, auf dem mich James einholt. Er hat sich doch noch entschieden weiter zu klettern und ist einfach meinen Fußspuren gefolgt.

der Zhonge - 4092 m hoch       die Natur als Künstler, Eis als Gestalter an der               Chinas “Hollywood”. Die Filmstadt                                                                 Fernsehstation auf dem Zhonge                     vom Wolkenpass aus gesehen.

Es fiel mir nicht leicht mich vom “Higherland Inn” zu trennen, aber es musste irgendwann sein. Weiter mit dem Bus nach Lijiang, dem Mekka aller Touristen in den Bergen. Die Stadt hat etwas von Spanien und Ballermann. Massen von Touristen in einer Altstadt die nur für den Konsum so restauriert wurde das jedes Haus ein Laden oder Restaurant ist und zum ersten Mal so etwas wie ein Nachtleben. Befremdlich Frauen in ihren Trachten zu sehen die nachts nach mehr oder weniger gelungenen chinesischen Remixen ausländischer Songs abrocken. Ach ja, Musikszene: westliche Musik wird häufig nur in westlich geprägten Bars, Cafes oder Hostels gespielt. Alles einheimische dagegen erinnert stark an Weichspüler mit jeder Menge Herzschmerz. Die chinesische Aussprache ist auch kaum für Rock oder R’n B gemacht.
Egal, die Stadt gefällt trotzdem und man kann Abende lang durch die bis weit in die Nacht geöffneten Läden bummeln, ganz abgesehen von der großen Auswahl an Restaurants. Ich esse häufig bei einem Tibetaner, der hat eine gigantische Auswahl an Gemüse (hat schon mal einer Baumrinde probiert?) und ein so leckeres Tofu, das mir nach den geschmacklosen europäischen Zubereitungen reichlich scharf und gut herüberkommt.
An einem Tag leihe ich mir ein Mountainbike aus und erkunde die Gegend. Zur muskulären Anstrengung kommt die körperliche, denn mit meinen 1,74 m bin ich ein überdurchschnittlich großer Chinese, weshalb der Sattel selbst im Maximum zu niedrig ist. Trotzdem bin ich den ganzen Tag unterwegs, den 5.596 m hohen Yulong Xue Shan immer im Blick. Reizende Dörfchen, ein endloser Flickenteppich von Feldern und Wahrzeichen der Dongbakultur (ein alter heidnischer Zweig) säumen den Weg, der mich letztendlich sogar auf einer schlimmen Schotterstraße über einen 3.600 m hohen Pass bringt, ein neuer Rekord in meiner Radgeschichte.

in Lijiang                                Nachtleben a la Ballermann      Yulong Xue Shan                    Zeichen von Dongbakultur.

Landwitschaft sieht so aus       Mao - nach wie vor präsent        schwarzer Drachen Teich       die Dächer der Altstadt von Lijiang                                                                                           und Yulong Xue  Shan

Ich bleibe noch eine Weile in Lijiang und finde jeden Tag etwas neues. Der Park des schwarzen Drachen bietet ein Postkartenmotiv der Superlative und in dem Gassenlabyrinth der Altstadt braucht man einen sehr guten Orientierungssinn um nicht verloren zu gehen.
Die Weiterreise dann nach Norden. Der Bus braucht für die 70 km Luftlinie bis nach Qiaotou geschlagene dreieinhalb Stunden, viel Verkehr und enge Paßstrassen verlangsamen das Vorankommen. Wiedereinmal wird Eintritt verlangt und ich bin am Eingang der Tigersprungschlucht. Bei Jane, einer Tibetanerin, wohne ich die nächsten Tage in einem coolen Gästehaus, das verbaut, urig und mit Carisma rüberkommt. Nachdem ich am ersten Tag durch die nahen Berge streife wird es an einem frühen Morgen Ernst. Mit dem ersten Sonnenstrahl (kurz nach 6 Uhr) breche ich mit ein paar jungen Leuten aus Schweden und Australien auf. Ich lasse die anderen bald zurück, habe aber auch das größte Pensum vor mir. Der Pfad durch die Berge schwankt zwischen 1.800 m und 2.700 m Höhe. Ich treffe unterwegs Bekannte der letzten Tage, kann jedoch nur kurz bei ihnen verweilen. Ungefähr sieben Stunden nach dem Start der letzte Abstieg in die enge Schlucht des Yangzi. Der Fluß ist hier noch relativ schmal und muss sich durch ein enges Felsentor zwängen, das an einer Stelle so schmal ist, das der Legende nach ein Tiger seinen Jägern durch einen Sprung auf die andere Seite entkam, so entstand der Name. Ich klettere auf einem Felspfad an der fast senkrechten Wand hinunter und erlebe einen heftig brüllenden Strom, der an dieser Stelle tödlich sein kann. Ein faszinierendes Erlebnis, vor allem weil die Felswände ringsum bis zu 3.000 Meter in den Himmel steigen, womit die Schlucht die tiefste der Welt ist. Trotz des heißen Tages mache ich mich zu Fuß auf einem kürzeren (und längst nicht so spektakulären) Weg zurück ins Guesthouse.

der Eingang der Schlucht         Sonnenaufgang in den Bergen   der brüllende Fluss und ich     am Nachmittag ein letzter Blick zurück

Weiter geht der Weg nach Norden immer tiefer in die Berge hinein. Bis nach Zhongdian gewinnt der Bus stark an Höhe und von nun an lebe ich meist auf über 3.300 m Höhe. Ein erster Test inwieweit ich Höhenkrank werden könnte. Die auch als Shangrila bezeichnete Stadt fällt durch ihren hohen tibetanischen Anteil an der Bevölkerung auf, ganz abgesehen von der komplett anderen Architektur. Das Wetter ist rau hier oben, kalt und windig. Nur wenn die Sonne scheint wird es warm, wobei die Höhenstrahlung für eine schnelle und sehr massive Bräune sorgt, Vorsicht sei geboten. Die schlecht isolierten Häuser verfügen über keine Heizung und man sucht sich ein Hostel das über Heizdecken verfügt, denn morgens herrschen im Zimmer nicht mehr als 6 bis 8°C.
Ich lasse die Gegend auf mich wirken und besuche einen halben Tag lang das Ganden Sumtseling Kloster. Wow, das macht was her. Golddächer, satte Farben und eine Art spiritueller Energie von starker Anziehungskraft können allerdings nur ungenügend das arme Leben der Mönche verdecken.  

Impressionen vom Kloster Ganden Sumtseling in der Nähe von Zhongdian

Inzwischen fällt auf, das nur wenige Touristen hier unterwegs sind und auch die immer und überall auftretenden Reisegruppen mit Chinesen sind von der Bildfläche verschwunden. In Lijiang kehren die meisten wieder um und hier unter so vielen Tibetanern würden sich die Chinesen durch die Berichterstattung der Medien auch nicht wohl fühlen, denn seit dem 14. März wird den Leuten eingetrichtert das sie in diesem Teil des Landes nicht mehr sicher sind. Dieses Gefühl teile ich keineswegs, mir gegenüber hat sich jeder korrekt benommen. Übrigens war diese Stadt mein kleiner Hoffnungsschimmer doch noch nach Tibet zu gelangen, aber alle Tourbüros sind geschlossen und auch das Office vom Tibetanischen Fremdenverkehrsamt existiert bis auf weiteres nicht mehr. Man versucht in Gesprächen herauszubekommen wie es wohl mit den Einreisebestimmungen weitergeht, merkt jedoch das die Einheimischen dem Thema möglichst ausweichen. Was solls, dann muss ich eben diesen Plan komplett aufgeben. So genieße ich das Stückchen Kultur was mir hier geboten wird. Auch in der Stadt stehen an jeder Ecke heilige Gebäude und wenn man am Fleischer vorbeikommt, hängt schon draußen vor der Tür was man drinnen ohne das geringste Anzeichen von Kühlung oder Frostung kaufen kann. Na dann, Mahlzeit...

in Zhongdian                         vor dem Fleischer               kleines Mädchen ganz groß  Einheimische vor dem Markt

Ein kleines Wörtchen zum Fotografieren von Menschen. Ich habe extra den Satz: “Darf ich sie fotografieren?” auf chinesisch gelernt, hätte das aber bleiben lassen können. Meistens haben (oder wollten?) die Leute mich nicht verstanden, und generell lehnten sie das Ansinnen ab. Manchmal waren Leute extra in Trachten zum Fotografieren herausgeputzt, jedoch mussten die Touris dafür bezahlen. Ich wollte ursprüngliche Fotos, und musste dafür tricksen und auf Zufälle hoffen, denn wenn man Leute einfach so aufs Korn nahm drehten sie sich einfach weg. Und dabei waren so viele interessante Menschen dabei, die ich wenigstens in meine Erinnerung aufnehmen konnte.
Weiter in Zhongdian. Von nun an begegnen mir immer häufiger Stupas (eine Art Altar und Anbetungsstätte im Freien) und auf so manchem heiligen Hügel tausende von farbenfrohen Gebetsfahnen.
Ein paar Tage später begebe ich mich auf die abenteuerlichste Busfahrt meines Lebens. Von Zhongdian soll die Reise bis Deqin gehen, gerade mal noch 80 km von der Grenze nach Tibet entfernt. Das Gebiet war ebenso für Ausländer gesperrt, doch aus unerfindlichen Gründen vor ein paar Tagen wieder eröffnet. Die Fahrkarte kostet gerade mal 4 Euro und verschafft mir mehr Spannung als so mancher Kinofilm. Am Anfang führen die Strassen wie bereits bekannt an so mancher steilen Schlucht vorbei, wobei die Vegetation immer mehr abnimmt, und der Bus eins ums andere Mal sich auf immer höhere Pässe hinauf schwingt. Der Bus dient nebenbei als kleines Lieferfahrzeug und bringt dem Mönch, der irgendwo einfach an der Straße steht, ein Metallrohr oder aber dem liegengebliebenen LKW ein benötigtes Ersatzteil. Unangenehm: Wir müssen durch zwei feste und eine mobile Polizeikontrolle, bei der die Armee mit Waffe schon im Hintergrund steht. Das waren eher beklemmende Erlebnisse und lässt die im Ausland gezeigte Freundlichkeit der Chinesen komplett vergessen. Vor allem als unser Busfahrer dabei erwischt wird wie er einheimische Kinder mit einsteigen ließ, hat man das Gefühl in einer Diktatur der Militärjunta unterwegs zu sein.
Das war aber noch nicht alles. Als finales Ereignis überqueren wir einen 4.300 m hohen Pass. So weit oben hält kein Asphalt mehr und die Straßen sind grob gepflastert und so schmal, das sich zwei große Fahrzeuge nur mit Mühe aneinander vorbeiquetschen. Leitplanken existieren keine und gleich neben der Straße führt der Abhang bis
zu 800 Meter in die Tiefe, da dreht sich so manchem Reisenden der Magen um. Schließlich fahren wir auch noch im dichten Nebel und kämpfen uns durch Schnee und Eis. Eine geniale Fahrt mit Bauchkribbeleffekt.

tonnenweise Gebetsfahnen       mitten hinein ins farbenfrohe   Reparatur auf offener Straße   ein kleiner Teil des Megapasses

In Deqin angekommen ein paar Probleme. Die angegebenen Hostels im Reiseführer existieren nicht mehr, die Stadt ist hässlich und die angeschauten Hotels mies. Letztendlich nehme ich ein verhältnismäßig teures Taxi und fahre zum Aussichtspunkt am Feilai Si. Dort finde ich an der Strasse ein paar kleine Hotels und Restaurants. Nichts tolles, dafür um Klassen besser gelegen als die Stadt. Leider zeigt sich der Himmel Wolken verhangen und es ist empfindlich kühl. Ein kleines Abendbrot im nahen Cafe, wo man aufpassen muss dass einem das Essen nicht kalt wird, denn Türen und Fenster schließen nur mäßig. Morgen soll das Wetter aber besser werden. Ich lerne ein paar junge Chinesen kennen, von denen einer wenigstens etwas englisch spricht. Wir kommen überein morgen gemeinsam einen Minibus auf die andere Talseite zu nehmen um von dort aus in die Berge zu wandern. Nachts packe ich meinen Schlafsack aus, denn im Hotelzimmer bildet mein Atem Wolken und ich will eine erholsame Nacht haben.
Das gelingt auch, nur die Nasenspitze wird eiskalt. Aufstehen ist um 6 Uhr, was bei einem Blick aus dem Fenster schnell leicht fällt. Die Wolken haben sich verzogen und geben den Blick frei auf eine nahe Bergkette mit dem alles beherrschenden Gipfel des Meili Xue Shan (Kawa Karpo, 6740 m hoch). Ein herrlicher Anblick. Nach dem Frühstück Aufbruch mit den Chinesen. Der gecharterte Minibus bringt uns auf abenteuerlichen Strassen auf die gegenüberliegende Talseite. Dort lasse ich meine Begleiter bald zu Fuß zurück, was auch daran liegt das ich ein Stück weiter will als sie.
Enge, teils schlammige Pfade (es hat gestern Abend je nach Höhe geregnet oder geschneit) führen zu einem kleinen Pass im Wald, der deutlich durch Gebetsfahnen gekennzeichnet ist. Auf der anderen Seite lösen sich so nach und nach die Wolken auf und die Sonne lässt die Bergwelt so richtig erstrahlen. Am Nachmittag treffe ich im Dörfchen Yubeng ein, das diese Bezeichnung bei seinen 10 Häusern auch verdient. Auch hier existiert ein Gästehaus, denn  vor allem im Sommer kommen Touristen hier vorbei. Ein Franzose ist mit seiner chinesischen Freundin hier, dazu sprechen einige Chinesen ganz gut englisch. Die Unterbringung ist spartanisch, aber sauber. Unglaublicherweise hat der Besitzer eine solar geheizte Anlage auf dem Dach, womit eine heiße Dusche möglich ist. Fantastisch und unerwartet. Es wird ein überaus schöner Aufenthalt und das Wetter beschert uns die nächsten zwei Tage herrlich blauen Himmel. 

ein Morgen am Meili Xue Shan   dem Kawa Karpo ganz nah         herrliche Natur                     Brücke des Vertrauens

Den Weg zurück gestalte ich mir etwas schwieriger. Vom Dorf (3.000 m) hinauf zum Pass (3.700 m) und hinunter ins Tal (2.100 m) in dem der hier noch eher schmale Mekong fließt. Im dortigen Dorf stehen einige sehr hübsche tibetanische Häuser in ihrem unverwechselbaren Stil. Ein ebenso eindrückliche Erinnerung habe ich an die Brücke über den Mekong. Wenig vertrauenerweckend und mit bis zu 10 cm breiten Löchern hängt die schwankende Konstruktion hoch über dem Fluss. Auf der anderen Seite zieht sich der Pfad sehr steil nach oben, was in der prallen Sonne zu einer harten Herausforderung wird, bis ich wieder das Hotel am Feilai Si (3.400 m) erreiche, wo ich fast mein komplettes Gepäck gelassen habe.
Aus den Bergen führt die Strasse zurück nach Zhongdian, von wo aus ich weiter nach Norden wollte. Wollte!!! Am Busbahnhof verweigert man mir den Kauf eines Tickets nach Litang und es dauert bis ich herausbekomme das nicht nur Tibet für Ausländer gesperrt ist, sondern auch westliche Teile der Provinz Sichuan. Das macht sauer, denn ich wollte Klosterstädte auf über 4.000 m besuchen und auf Berge klettern die noch höher sind um zu sehen ob ich bei einer späteren Reise nach Tibet die dortige Höhe vertrage.
Also eine erzwungene Rückkehr nach Lijiang.

tibetischer Baustil                  Auf dem Weg nach Lijiang       Einheimische

Manchmal hat man das Glück im Unglück. Auf der Rückfahrt nach Lijiang herrscht in einem Dorf gerade großer Markt. In dem Stop and Go kommt unser Bus nur langsam voran und ich kann mit dem Teleobjektiv ein paar gute Schnappschüsse fabrizieren

In Lijiang bleibe ich nur eine Nacht und nehme gleich am nächsten Tag den Bus zum Lugu See, von dem manche schwärmen als wäre es der schönste in ganz China. Mürbe durch die letzten Tage, in denen ich schon viele Stunden im Bus zugebracht habe wird diese Fahrt zur Ausdauerprobe. Die Strassen sind schlecht und ich sitze im engen Minibus (9 Sitzplätze) über der Hinterachse. Es schüttelt uns nur so durch und so manches Mal kann ich nach einem Schlagloch das uns aus den Sitzen hebt einen Zusammenstoß mit dem Dach nur knapp verhindern. Weit vor dem See das übliche Tor mit dem Eintrittsgeld. Die im Reiseführer genannte Summe von 30 Yuan (3 Euro) ist inzwischen auf 80 Yuan gestiegen. Für einen Europäer noch immer nicht die Welt, doch mit dem Geld könnte ich einen Tag lang leben und keiner hat eine Ahnung was eigentlich mit dem eingenommenen Geld geschieht.
Egal, ich zahle Zähne knirschend. Der See versöhnt dann wieder, denn er ist wirklich wunderschön. Ich wohne in einem Hostel mit wunderbarer Lage am See in einem kleinen Dörfchen. Die freundlichen Leute in der Umgebung können jedoch nur ungenügend überdecken das Touristen hier nicht besonders erwünscht sind, diesen Eindruck gewinne ich jedenfalls nach mehreren kleinen Episoden.
Ich umrunde an einem herrlichen Tag den ganzen See, kreuze echte Bauernhöfe und schier endlose Felder.

erster Eindruck am Lugu See    ein ruhiger Morgen am See        Dorfidylle in der Umgebung      endlose Felder - handbewirtschaftet

Um weiterzukommen muss ich mit dem ganzen Gepäck knapp 15 km laufen, den Taxis existieren hier nicht und Privatpersonen verlangen für diese Gefälligkeit einfach zu viel Geld. Leider fährt nur ein Bus am Tag, und der ist für heute voll. Also hänge ich fest. Das wird nicht so schlimm, denn ich finde ein Gästehaus am Ufer mit großem Fenster, so das ich vom Bett aus auf den See schauen kann.
Am nächsten Tag kurz nach dem Mittag zum Bus. Der hat eine Stunde Verspätung und nicht genügend Sitzplätze. Es gibt lange Diskussionen und ich habe kein gutes Gefühl bei der Sache. Schließlich fahren wir los, ich mit einigen anderen stehend. Die schlechten Strassen rütteln uns durch aufs feinste. Anderthalb Stunden später steigen genug Leute aus das alle anderen sich setzen können. Dann eine Polizeikontrolle, die Gott weis warum auch eine halbe Stunde dauert. Inzwischen fährt der Bus durch schier endlose schmale Täler mit tausenden von Kurven immer an kleinen Flüssen entlang. An Erholung oder Schlaf ist da nicht zu denken. In der hereinbrechenden Dunkelheit dann große und lange Strassen Baustellen. Mitten drin ist auf einmal Schluss. Wir halten und kommen nicht weiter. Im Bus spricht keiner Englisch, nur ein älteres Pärchen hat sich meiner praktisch angenommen und die alte Dame versucht mir mit Händen und Füssen manchmal etwas zu erklären. Durch sie erfahre ich: Vollsperrung auf Grund eines Unfalls. Wir stehen im Dreck irgendwo im Niemandsland. Kaum Wasser, eigentlich kein Essen (ein Energieriegel rettet mich, ich hatte ein paar davon aus Deutschland für Notfälle mitgenommen) und keine Ahnung wenn es weitergeht. Morgens gegen halb drei bewegt sich die Fahrzeugschlange und kurz nach 4 Uhr sind wir im anvisierten Xichang,
16 Stunden nach dem Aufbruch, obwohl die Fahrt nur 9 Stunden dauern sollte. Der “freundliche Busfahrer” bringt uns (7 Leute wollen zum Zug) nicht etwa auf Grund der Verspätung zum Zugbahnhof, nein er lässt uns irgendwo raus und zeigt die Richtung in die wir laufen sollen. Einziger Lichtblick: 10 Min. nach dem Eintreffen dort fährt ein Zug nach Chengdu und ich bekomme einen Liegeplatz. Der ist noch warm vom Vorgänger, aber das ist mir im Moment vollkommen egal. Todmüde und geschafft versinke ich im Schlaf.

Traumjob Strassenfeger               im Forschungszentrum bei den Pandas - echt funny           Stück Ananas - 10 Eurocent

Chengdu, die Provinzhauptstadt von Sichuan. Nett, ordentlich und angenehm. Ich wohne im alten Viertel, das gerade komplett saniert wird. Um zum Hostel zu gelangen muss man komplett über die Baustelle, aber es ist ein historisch angelegtes Haus mit Innengarten und wenn die Bauarbeiter Feierabend machen herrlich ruhig.
Neben dem üblichen Sightseeing in der Stadt buche ich übers Hostel einen morgendlichen Ausflug zum Panda Forschungszentrum. Wir werden sehr früh abgeholt und sind vor dem Besucheransturm dort. Well, ich muss zugeben das Pandabären äußerst sehenswert sind, und diese Forschungszentrum praktisch nichts mit einem Zoo zu tun hat. Die Bären sind knuddelig, lustig und man kann ihnen stundenlang zusehen, vor allem die Abteilungen “Kindergarten” und “Grundschule”. Genial.
Ansonsten finde ich in der Stadt eine wunderschönes altes Kloster das erstaunlicherweise nicht mal Eintritt kostet und wunderschön restaurierte Häuser in der Architektur der Naxi. Mittendrin neben vielen Restaurants eine kleine Bar, die zur Kaschierung der Eingangssäulen kleine leere Bierfässer verwendet hat. Ihr werdet nicht glauben von welcher Brauerei: Köstritzer Schwarzbier, made in Germany!!
Ich mache meine Erfahrungen mit dem Essen in Sichuan, das zu den schärfsten in ganz China zählt und komme selbst bei nur ganz wenig gewürzten Speisen ordentlich ins Schwitzen. Dafür werden mir riesige Portionen für sehr wenig Geld aufgetischt (das üppige Mahl mit Reis und endlos Grüntee im richtigen Restaurant manchmal unter 2 Euro) und als ich Fisch süß-sauer bestelle kommt keine Platte mit Filetschnipseln, sondern in einer großen Auflaufform ein kompletter, wow

             Chengdu - im Kloster Wenshu Yuan                           so schön können restaurierte Gebäude in China sein

Ich hatte im Reiseführer von schönen Nationalparks weiter nördlich gehört und will da als nächstes hin. Nur wie? Im Angebot sind nur teure Touren der Hostels, die alle nach Chengdu zurückkommen, was ich nicht will, oder aber preiswerte chinesische Reisegruppen, mit denen ich garantiert nicht reisen werde. Nach Songpan bekomme ich als Ausländer mal wieder keine Busfahrkarte und in Chengdu schickt mich ein Busbahnhof zum anderen, die nebenbei bemerkt übers ganze Stadtgebiet verstreut liegen. Letztendlich treibe ich einen Bus auf der mich direkt zum Nationalpark nach Jiuzhaigou bringt. Auf dem Weg dahin kommen wir am 25. April durch Wenchuan, wo noch niemand ahnt das in knapp drei Wochen ein Erdbeben das Leben hier total verändern wird.
Bis nach Jiuzhaigou verändert sich die Landschaft und das Klima erneut erheblich. Ich bin wieder auf einer Höhe von um die 3.000 m und die Witterung zeigt sich entsprechend rau. Das Hostel in dem ich Unterschlupf finde ist ganz okay. Ich bekomme als Ausländer meine eigenes Dorm, welches morgens kaum 10 °C Raumtemperatur bietet. Der Eintritt zum Nationalpark mal wieder preisintensiv mit 220 Yuan. 99% aller Touristen kaufen dazu noch den Bustransport, was mit 90 Yuan zu Buche schlägt. Ich bin an diesem Tag anscheinend der einzige der läuft, denn die ersten Kilometer begegnet mir kein Mensch. Dafür höre und sehe ich in der Nähe der Straße die Busarmada, die im Minutentakt Reisegruppen durch den befahrbaren Teil des Parks bringt. Diese Leute verpassen was ich sehe. Kleine Seen mit einem erstaunlich klaren Wasser, welches intensiv in allen möglichen Blau- und Grüntönen leuchtet, ein wundervoller Anblick. Zwischen den Seen Wasserfälle in allen Größen und Breiten, wobei das Wasser meist in breiten Bahnen auf den nächsten Level fällt oder sich durch das Unterholz schlängelt.
An den Hauptattraktionen die erwarteten Hundertschaften von Touris, das Foto unten zeigt einen Miniteil dieser Gruppen, bei denen Leute bis zu 15 min. warten um vor einem der Sehenswürdigkeiten fotografiert zu werden. Naja, jeder nach seinen Bedürfnissen. Ich erlebe trotz des wolkenverhangenen Tages, der sich später noch zu so manchem Schauer hinreißen lässt, einen vergnüglichen Tag in einer Landschaft die über alle Maßen in ihrer Schönheit überrascht

im Jiuzhaigou Nationalpark dominiert neben den Bergen das Wasser in allen Formen und Farben, den Touris gefällt es

Von Jiuzhaigou ist es komischerweise kein Problem nach Songpan zu kommen, einer vor allem von Tibetern bewohnten Stadt. Dazu kommt ein nicht unerheblicher Teil von Moslems, was an jeder Ecke neue Eindrücke vermittelt. Ich schlendere einfach einen ganzen Tag durch die wenigen Gassen und lasse das alles auf mich wirken. An einem Tag will ich von Songpan zum Nationalpark nach Huanglong. Der Bus dahin startet 6 Uhr morgens und führt durch Nebel und Wolken über einen schneebedeckten Pass. Die 40 km Luftlinie werden zu fast 2 Stunden Fahrt. Angekommen mit einigen anderen Chinesen steht fest das ein Bus zurück nur performa existiert, der theoretisch (und damit nicht immer) zwischen 14 und 16 Uhr zurückfährt. Tolle Aussichten. Ich hatte mein gesamtes Gepäck mitgebracht um u. U. in eine andere Richtung weiterzukommen. Den Rucksack kann ich im Besucherzentrum abgeben und eine halbe Stunde später öffnen sich für 200 Yuan die Parktore. Werbeslogan der Gegend: “Die Landschaft von Huanglong ist so schön das sie die Touristen ganz betrunken macht”. Davon sehe ich noch nichts, denn die vorgefundenen Kalkterrassen sind ausgetrocknet und die versprochenen Wasserfälle bis auf ein Rinnsal nicht existent. Mit jeder Attraktion die einfach nicht da ist werde ich ein wenig wütender, denn davon hat keiner etwas erzählt. Mal wieder typisch für China. Einzig die zugegebenermaßen wunderschönen Terrassen weit oben am Fuße eines schneebedeckten Gipfels lohnen einen Besuch, aber längst nicht diesen Aufwand. Das war dann der Tropfen der das Faß zum Überlaufen brachte. Ein sonst sehr ruhiger Lutz ging zum Besucherzentrum und wollte mit einem verantwortlichen Manager sprechen um das Eintrittsgeld zurückzubekommen. Well, bei der Reklamation zeigt sich sehr deutlich eine überraschende Unprofessionalität.
Die anscheinend feigen Herren schicken kleinere Angestellte vor, fast ausschließlich Frauen. Keiner kann richtig englisch, es wird auch trotz Nachfrage nicht versucht jemand der mich versteht ans Telefon zu bekommen, ich werde einfach in der Halle stehengelassen, die Angestellten unterhalten sich über mich in meinem Beisein in chinesisch, mir wird nichts angeboten und, und, und... Das ist dann der Punkt wo ich anfange laut zu werden. Interessieren tut sich kaum einer dafür. Das Angebot von ein paar billigen Postkarten lehne ich ab, bis der Kampf nach geschlagenen anderthalb Stunden damit endet das ich 75% vom Eintritt wiederbekomme. Mir ging es nicht ums Geld, viel wichtiger war ihnen deutlich zu machen das man von den Besuchern kein Geld verlangen kann für etwas was praktisch nur auf Hochglanzprospekten existiert.

gewöhnungsbedürftig: eine bekannte Ruhne spiegelverkehrt als Zeichen tibetischer Klöster

                                 Schlachten auf offener Straße  der schönste Platz im Huanglong    Tempel in Songpan

Der Plan weiterzureisen gelingt nicht, immerhin habe ich das Glück einen Minibus zu finden der mich zum normalen Preis nach Songpan zurückbringt. Das Glück geht gleich weiter, denn im Bus sitzt ein Taiwaner, mit dem ich vor ein paar Tagen schon einen Small Talk hatte. Mit ihm suche ich mir ein Hotel in Songpan und wir verabreden uns am Abend zum Essen. Erneut gehe ich zum Busbahnhof und beiße auf Granit. Die Verbindung nach Norden in Richtung Lanzhou ist für mich tabu, denn auf dem Weg liegen ein paar tibetische Dörfer. Es bleibt mir nur übrig zurück nach Chengdu zu reisen und von dort einen Zug zu nehmen. Dieser Umweg macht ungefähr 800 km aus und mich nach den Erlebnissen von Huanglong noch wütender. Was darüber hinweg hilft ist der heutige Abend. Der Taiwanese hat weitere Bekannte getroffen die wiederum Freunde mitbringen, womit wir zum Dinner insgesamt zehn Leute sind. Englisch können nur zwei, aber es wird trotzdem ein toller Abend. Nebenbei sei erwähnt das die meisten am Tisch auch nach einem Besuch in Huanglong maßlos enttäuscht waren, jedoch niemand sich getraut hat sein Eintrittsgeld zurückzuverlangen - so genügsam sind eben Chinesen...
Am nächsten Morgen beginnt ein Stück Reise, welches zu den härtesten in den drei Monaten hier mutiert. 6 Uhr startet der Bus nach Chengdu - theoretisch. Wir fahren im Schneckentempo durch Songpan und versuchen Leute zu finden die mitwollen. Keine Ahnung was das soll, denn der nächste Bus startet eine Stunde später. Wir kommen nur langsam voran und machen erneut in Wenchuan Pause (wir schreiben den 29. April 2008, nur 2 Wochen vor dem Beben - Glück gehabt). Nach zermürbenden neun Stunden kommen wir in Chengdu an. Schnell mit dem Stadtbus zum Zugbahnhof. Dort erlebe ich was zu erwarten war. Übermorgen ist der 1.Mai, also Feiertag in China und Grund genug das alles verreisen will. Vor dem Bahnhof ist die Hölle los und drinnen stehen schier endlose Schlangen vor den Fahrkartenschaltern. Nach einer knappen Stunde erstehe ich glücklicherweise ein Ticket für den Nachtzug um 22 Uhr. Zwar nur Hartsitzklasse, aber immerhin einer der letzten drei garantierten Sitzplätze.
Die paar Stunden bis zur Abfahrt versuche ich in der feuchtheißen Stadt zu relaxen, keine Ahnung wie der Körper diese andauernden Klimasprünge verkraftet.

       Songpan: Tibeter in ihrer normalen Anzugsordnung           dagegen Leute im hektischen Chengdu oder moslemischen Lanzhou

Im Zug quetsche ich mich dann ans Fenster (was habe ich für ein Glück!!!) und versuche - so komisch wie das klingen mag - meinen Körper herunterzufahren. Das heißt auf Sparflamme schalten: wenig essen, nur mäßig trinken und auf eine lange und harte Reise einstellen, schließlich werden wir bis zum angestrebten Lanzhou 22 Stunden unterwegs sein. Schlafen kann ich nur wenig, dafür ist zu wenig Platz und andauernd ein ziemlich hoher Geräuschpegel. Doch irgendwie vergehen die Stunden und das Ziel rückt näher. Angekommen in Lanzhou nur noch ins Taxi und zum “Freundschaftshotel”. Dieses ist trotz Lob im Reiseführer außen hui und innen pfui, doch das ist mir egal, ich will nur noch ins Bett. Die Gemeinschaftsdusche entpuppt sich als das übelste in ganz China und die Meisten von euch hätten sie wahrscheinlich gar nicht oder nur in wadenhohen Schuhen betreten. Überall Rost und Alter, statt Duschkopf nur ein offenes Rohr usw. Bemerkung: das war die Frauendusche, die Männerdusche ist derzeit wegen Reparatur geschlossen...

Mai 2008

Ich verbringe zwei Tage in Lanzhou, laut Lonely Planet die am stärksten verschmutzte Großstadt der Welt. Ganz kann ich das nicht nachvollziehen, auch wenn an theoretisch klaren Tagen die Sonne durch einen milchigen Dunst schaut und alles was weiter als 2 km entfernt liegt im Nebel verschwindet. Dafür sind die Leute nett und entspannt, man merkt das Peking weit weg ist und hier
der moslemische Teil von China beginnt, in dem jede Menge Uiguren leben.
Am Gelben Fluss stehen übergroße Wasserräder und so mancher Park lädt zum Verweilen ei
n.

normales Restaurant nach dem Besuch von Chinesen

als Fortschritt gepriesen schießen überall diese häßlichen        Wohnblocks aus dem Boden

Zum vorletzten Mal versuche ich in gesperrtes Gebiet zu kommen, genauer gesagt in die nahen Berge zum Labrang-Kloster, erneut vergeblich. Ich habe noch genügend Zeit, also beschließe ich in den äußersten Nordwesten des Landes zu reisen. Ein weiteres Mal bringt mich der Nachtzug weiter, diesmal nach Jiayuguan. Hier endet das historische China und beginnt die Wüste mit dem gefährlichsten Abschnitt der alten Seidenstrasse. Inzwischen funktionieren meine Brocken chinesisch ganz gut und mit dem Phrasebook von Walther gelingt es mir in einer Stadt ohne englisch sprechende Leute zu verweilen. Einen Tag leihe ich mir ein Rad, oder wie immer ihr das auf dem unten stehenden Bild nennen wollt, und erkunde die Gegend. Mitten durch die Wüste stehe ich am westlichen Ende der Großen Mauer, die von hier aus mit Unterbrechungen fast 5.000 km bis zum Meer führt, oder besser gesagt führte. Die Festung am Beginn erscheint mächtig und die vorherrschende Farbe wird von nun an Sand. Trotz der Hitze bleiben die Temperaturen erträglich und wenn man durch die Gegend streift sieht man immer seltener die inzwischen vertrauten Gesichter der Chinesen - kurzum es scheint als wäre ich inzwischen in einem anderen Land. Die Küche ist immer mehr moslemisch geprägt und an jeder Ecke werden kleine Kebabspieße verkauft.

mein Rad,die Straße,die Wüste        Festung Jiayuguan         das erste Mauerstück im Westen      ohne Worte

Ich nehme noch einmal richtig Reisetempo auf und bin ein paar Tage später im 600 km entfernten Turfan. Diese Oasenstadt liegt mitten in der Wüste und sagenhafte 80 m unter dem Meeresspiegel. Ich finde ein nettes Hotel und bin von der Kleinstadt (schätzungsweise 50.000 Einwohner) komplett begeistert. Auch wenn die halbe Stadt gerade aufgebaggert wird (neue Versorgungsleitungen werden nicht wie in Europa nach und nach in jeder Strasse installiert, sonder zeitgleich überall) fühle ich mich sofort wohl.
Die Straßen wurden teilweise zu Fußgängerzonen umgebaut und mit Weinspalieren überzogen um der unbarmherzigen Sonne etwas entgegenzusetzen. Die Ausschilderung nicht mehr nur in chinesisch sondern auch in arabisch. Und das allerbeste: der Basar. Gewürze, endlose Stände mit getrockneten Früchten, Freiluftfleischereien (alle Hygienebeauftragten sollten da weghören) und jede Menge kleine Restaurants auf offener Strasse. ich bleibe ein paar Tage, wovon vor allem der eine einprägsam bleibt. Ich hatte eine Tagesausfahrt gebucht und treffe am Morgen vor dem Reisebüro auf meine Begleitung für diesen Tag. Der Israeli sieht aus wie Che Guevara und die Koreanerin ist einfach nur richtig nett. Da wir nur zu dritt sind bekommen wir keinen Bus, sondern eine Limousine. Wir sehen uns die Hauptattraktionen in der Gegend an. Da wären die Grotten von Bezeklik, uralt und in einer Schlucht inmitten der flammenden Berge gelegen. Hübsch, aber nicht aufregend. Da war es schon besser zu Fuß einen Ausflug in die nahen Berge zu machen, die erste Begegnung mit der Wüste. Danach zum Emin - Minarett aus dem 18. Jahrhundert, dessen bauchiger Moscheeturm schon von weitem grüßt. Eine Schleife zum Museum für das Karez - Bewässerungssystem, welches den Menschen erst ermöglichte in dieser lebensfeindlichen Umgebung zu überleben und schließlich zur Ruinenstadt nach Jiaohe. Erstaunlich wie gut die Ruinen aus dem 8 Jh. noch erhalten sind. Ebenso erstaunlich wie groß die Stadt war und wie gigantisch der einstige Tempel, dessen Grundmauern einen riesigen Platz umschließen.

Begegnung der Kulturen           auf dem Basar                       am Fuße der flammenden Berge

Nach dem vergnüglichen Tag treffen wir uns am Abend zum Essen, wobei noch ein Russe den die Koreanerin kennt dazukommt. Überraschend wie sich vier Alleinreisende am Ende der Welt in einer Oase treffen. Wir betreiben regen Erfahrungsaustausch und haben viel zu lachen.
Bald darauf meine Weiterreise nach Ürümqi, die Provinzhauptstadt im äußersten Nordwesten von China. Um es vorwegzunehmen, mein Aufenthalt dort stand unter keinem guten Stern. Das erste Hostel hat wegen Umbau geschlossen, das zweite existiert anscheinend nicht mehr und ich brauche lange um ein preiswertes Hotelbett zu bekommen. Die Stadt macht einen hübschen Eindruck, wirkt aber trotz der Hitze kalt und ablehnend. Neben chinesisch und arabisch kommt bei vielen Sachen russisch als dritte Schrift dazu. Ansonsten könnte diese Großstadt überall auf der Welt stehen und selbst die vielgepriesenen Basare sind nur ein Abklatsch im Vergleich z.B. mit Turfan. Als Ausgleich dafür will ich wenigstens einen Ausflug zum Tian Chi, dem Himmelssee machen. Ich laufe ein paar Stunden von Pontius zu Pilatus, bekomme aber nur Absagen. Der im Reiseführer genannte Bus existiert offenbar nicht und Reisebüros können mir nur ein Taxi dahin anbieten - zu einem Preis mit dem ich eine Woche lang in diesem Land leben könnte. Ich gebe nicht auf und der Zufall hilft mir ein weiteres Mal. Als ich den Plan gerade aufgeben will spricht mich eine Einheimische an und bietet mir einen Bus zum gewünschten Ziel für morgen früh zu einem vernünftigen Preis. Einziger Haken: mir bleiben am See maximal drei Stunden. Ich sage zu.

das Emin - Minarett                die Ruinen von Jiaohe             Skyline von Ürümqi                 ein Wegweiser - alles klar?

Am nächsten Morgen hetze ich durch die halbe Stadt und bin pünktlich vor Ort, wie meine Werberin. Nur der Bus ist nicht da. Es dauert geschlagene 45 Minuten und ein paar hektische Telefonate, dann darf ich einsteigen. Los geht es deswegen noch lange nicht. Wir kreuzen mehrfach durch die Stadt bis der Bus fast voll ist. Auf meine Anfrage sagt die Tourleiterin das wir nur noch einen Stopp machen, dann geht es los. Problem: das erzählt sie mir drei Mal. Knapp zwei Stunden später sind wir noch immer im Stadtgebiet und mir reißt der Geduldsfaden, denn so bleibt mir am See nur eine halbe Stunde bis zur Rückfahrt. Es folgt eine heftige Diskussion, wobei die Dame auf einmal kein Englisch mehr versteht. Das reicht. Ich stelle mich so lange blockierend vor den Bus bis ich mein Geld wiederbekomme.
Als Ausgleich für diesen verkorksten Vormittag bekommt der erste Bettler von mir eine für diese Gegend großzügige Summe und ich wandere im Laufe des Tages durch die Berge nahe der Stadt.
Mit dem Nachtzug dann ein ganzes Stück Weg zurück bis Liuyuan, wo mich morgens ein Kleinbus bis ins zwei Stunden entfernte Dunhuang bringt, eine weitere Oasenstadt mitten in der Wüste. Hier mache ich in einem Hotel den besten Deal meiner Reise. Das Feilschen von Rezeptionsseite mit 280 Yuan beginnend landen wir schließlich bei 40 Yuan (4 Euro) die Nacht. Dafür bekomme ich ein Doppelzimmer mit Bad, so ordentlich und sauber das es mit jedem Mittelklassehotel in Europa konkurrieren könnte.
In den zwei Tagen die ich dort verbringe sehe ich einige der aufregendsten Sehenswürdigkeiten. Zum einen die Grotten von Mogao, weltberühmte Zeugnisse buddhistischer Höhlenkunst vom 4. bis zum 14. Jahrhundert. Tausende Teile, angefangen von Schriftrollen über Sutren bis hin zu Seidenmalerei befinden sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts in London und Paris, trotzdem sind die zugänglichen der fast dreihundert Höhlen äußerst beeindruckend. Fotografieren kann man nur von außen, alle Taschen müssen abgegeben werden und auch Handys sind nach Leibesvisitation nicht einschmuggelbar. Doch das was ich sah bleibt einem im Gedächtnis.

noch mal Ürümqi                    die größte Mogao Höhle          nachgebaute Mogao - Grotte   nach einem harten Tag...

Nach einer Mittagspause im klimatisierten Hotel ein Ausflug in die nahe Wüste. Auch die kostet Eintritt, man mag es kaum glauben. Ich verweigere das Ausleihen oranger Überziehstiefel aus Tuch (damit kein Sand in die Schuhe kommt)  und klettere von einer Düne auf die nächste, wobei ich bald allein mit mir und der Wüste bin, Chinesen laufen ungern und vermeiden so oft es geht körperliche Anstrengung. Und anstrengend wird es. Mein Höhenmesser verzeichnet für die höchste Düne 300 Meter, ein Wahnsinnsberg aus Sand. Dort hinaufzugelangen geht nach dem Motto: einen Schritt vorwärts und dabei einen halben zurücksinken. Der Sand in den Schuhen ist mir egal und barfuss laufen geht selbst am späten Nachmittag nicht, man kann sich noch immer die Füße am Sand verbrennen. Mir begegnen kleine Wüstenbewohner und die immer tiefer stehende Sonne zaubert herrliche Konturen in das schier endlose Meer aus Sand. Überaschenderweise hält sich mitten drin ein kleiner See, laut historischer Aufzeichnung seit wenigstens zweitausend Jahren.
Es war ein Abenteuer der besonderen Art mitten in der Wüste Gobi zu stehen, auch wenn die Zivilisation nur eine Stunde entfernt blieb.

Sand so weit das Auge reicht   ein Wüstenbewohner               der Mondsichelsee                 Abendstimmung im Sandreich

Weiter, immer weiter. Ich schlage einen Bogen nach Süden und nehme den Bus nach Golmud. Zum ersten Mal erlebe ich die Wüste bei Tag, denn ansonsten fuhr ich immer mit dem Nachtzug. Dazu bietet die Fahrt einige Pässe die über 3.300 m hoch sind. 8 Stunden fahren wir durch eine bizarre Gegend die dem nahe kommt was wir unter einer Mondlandschaft verstehen. Das scheinbar endlose Asphaltband kreuzt ein menschenfeindliches Gebiet in dem kleine Twister Sand aufwirbeln und wilde Kamele leben. Mittendrin halten wir an einer Toilette, dem einzigen Gebäude im Umkreis von 100 km. Strange. Kurz vor Golmud jede Menge Industrie, Salzschlamm und Strassen die so schlecht sind das es verwundert wie der Bus da durch kommt.
Die Stadt Golmud ist so hässlich wie im Reiseführer beschrieben. Zergliedert mit breiten Strassen nach russischem Vorbild. Doch ich hatte auch nicht vor zu bleiben. Der erhoffte Zug nach Xining fährt bereits in knapp zwei Stunden (mal wieder Glück gehabt, denn in Dunhuang konnte mir keiner Abfahrtszeiten nennen) und ich bekomme sogar einen Platz in der Hartschläferklasse.

das WC allein auf weiter Flur      durch die Wüste                          Das Ta’er Si oder auch tibetisch Kumbum Kloster nahe Xining

Xining ist eine weitere Großstadt (was auch sonst, hier sind alles Großstädte), nicht hässlich aber auch ohne große Besonderheiten. Ich kam hierher um das Ta’er Si Kloster zu besuchen, das sich 20 km außerhalb befindet. Der Bus dahin fährt nicht vom normalen Busbahnhof ab und ich irre fast zwei Stunden durch die Stadt bis ich die Abfahrtsstelle finde. Angekommen am Kloster wird schnell klar das es sich hier um eine heilige Stätte handelt die vor allem für die Touristen in altem Licht erstrahlt. Zwar sind die Hallen alt und schön, jede Menge Mönche unterwegs und eine gewisse Ausstrahlung ist ebenso zu spüren, doch insgesamt wirkt die Stätte zu steril und nüchtern. An jedem kleinen Tempel sitzt ein Mönch und entwertet die Eintrittskarte, so das man in jedes Gebäude nur einmal hinein kann. Naja, es war ein hübscher Ausflug der wohl kaum lange im Gedächtnis bleibt. Aufregender war da schon die kleine Strasse zum Klosterkomplex: vollgestopft mit Handwerkern und Händlern die sich nur auf Tempelbedarf eingestellt haben. Da werden Dachfiguren gedengelt, Buddhas und vielarmige Götzenskulpturen gefertigt, tonnenweise Räucherstäbchen angeboten (die größten “Stäbchen” sind einen Meter lang und mehr als Besenstiel stark) und jede Menge heiliger Krimskrams gehandelt.
Erst spät bin ich wieder in der Stadt und habe riesigen Hunger, schließlich war ich mit Bus und Zug seit gestern morgen unterwegs und heute früh fand ich kein ordentliches Frühstück. Ich lande in einem moslemischen Restaurant, wo es leckere fernöstliche Spaghetti gibt. Leider richtig scharf, das sollte sich rächen.
Die Rache folgt am nächsten Morgen, denn obwohl ich bisher alles in der hiesigen Küche vertragen habe, reagiert meine Verdauung nach der großen scharfen Portion von gestern Abend auf nüchternen Magen mit Durchfall.
Unbeeindruckt davon bin ich gegen 6 Uhr am Busbahnhof. Dort herrscht Anarchie, denn nur ein Fahrkartenschalter ist offen. Von allen Seiten drängeln die Leute, ich mit dem großen Rucksack mittendrin. Vielleicht habe ich es diesem Umstand zu verdanken das ich ohne Probleme eine Fahrkarte nach Xiahe bekomme, denn dieses Gebiet ist eigentlich für mich gesperrt. Ich sitze dann im Bus und warte darauf hinausgewiesen zu werden, doch nichts passiert. Die Freude über dieses Glück und die schöne Landschaft durch die der Bus fährt gerät allerdings zur Nebensache, denn mein Körper beschäftigt mich ausreichend. Einmal muss ich den Bus in einem kleinen Dorf anhalten lassen und schaffe es gerade noch bis zur Toilette, das war knapp...
Angekommen in Xiahe scheint alles in bester Ordnung, bis ich ins dortige Hostel eintrete. Man kann mir kein Zimmer geben, das sei polizeilich verboten. Das schockt, denn ich nehme an das diese Weisung für alle Hotels der Gegend gilt, und Xining ist sechs Busstunden entfernt. Zelten wäre eine Lösung, doch damit würde ich ja noch mehr auffallen. Ein Mönch im Hostel bietet mir erst mal einen Tee an und ich komme zum Überlegen. Ergebnis: ich versuche es in den kleinen Gasthäusern und werde bereits in dem ersten, tibetisch geführten, fündig. Dort will man  keine schriftliche Anmeldung und keine Reisepasskopie, das sagt alles. Dafür bekomme ich für 2,5 Euro mein eigenes Zimmer mit großer Glasfront und Blick auf das Labrang Kloster. Genial.

Mönch und Moderne              ein kleiner Teil vom Labrang Kloster, das mit einem langen Gang von Gebetsmühlen umgeben ist

Die Welt in Xiahe nahe dem Kloster ist eine ganz eigene. Zig Mönche, dazu Tibeter und Pilger aus halb China, die den ganzen Tag das Kloster (wichtig: immer im Uhrzeigersinn) umrunden, dabei die Gebetsmühlen drehen oder sich endlos niederwerfen. Ich streife einfach umher und lasse das auf mich wirken. Das Kloster besteht neben dem Gebetsmühlengang, der sich um das Halbe Klostergelände zieht, aus einer verstreut wirkenden Anzahl von Gebäuden und Tempeln, zwischen denen sich die einfachen Unterkünfte der Mönche befinden. Vor der Kulturrevolution müssen hier um die 12.000 gelebt haben, jetzt sind es immerhin wieder 3.000.
Mein Magen hat sich inzwischen wieder beruhigt und ich kann in ein Restaurant essen gehen. In der Nähe vom Kloster haben einige geschlossen, und auch ein Stück weiter sind sie nur schlecht besucht. Ein tibetisch geführtes Cafe gibt Antwort. Mit der Besitzerin unterhalte ich mich lange. Sie erzählt unter anderem das ich der erste westliche Tourist seit Wochen bin der es bis Xiahe geschafft hat, und das ich deswegen so etwas wie ein Held wäre. Viele in der Stadt hätten inzwischen um ihre Existenz zu kämpfen, denn durch die Abschottung fehlt das Geld aus dem Tourismus. Nach allem was man ringsum sieht hat sie Recht. Ich vermeide übrigens in den eher von Chinesen bewohnten Teil der Stadt zu gehen, irgendwo bleibt da dieses Gefühl lieber vorsichtig zu sein, obwohl ich natürlich hundertprozentig auffalle.
Am nächsten Tag gehe ich zur rechten Zeit zum Kloster, um an einer Führung teilzunehmen. Die wird auf englisch angeboten und ich bin weit und breit der einzige Interessent. Ein sehr gut englisch sprechender Mönch nimmt sich meiner an und wir laufen die nächsten zwei Stunden durch Tempel, Gebetsräume in Saalgröße und heilige Altäre. Ein Raum voll mit Skulpturen aus Yakbutter (das riecht man!!!) und nebenbei ein riesiger Haufen von Informationen. Danach stromer ich durch die nahen Berge und mache einen Plan für die nächsten Tage hier. Das hätte ich mir sparen können, denn am Abend klopft es an der Zimmertür und der Besitzer fordert mich auf zu packen. Es tut ihm leid, aber die Polizei hat Ausländer in der Stadt gesehen und sucht diese jetzt zusammen. Er kann nichts dafür, aber obersauer stopfe ich meine Habseligkeiten in den Rucksack. Auf der Strasse bereits ein paar westliche Gesichter. Eine Fünfergruppe aus Europäern erzählt das sie Probleme hatten hier her zu kommen, und das sie als erstes zur örtlichen Polizei gegangen sind um zu fragen ob sie hier bleiben können.
Als ich das höre muss ich an mir halten. Wie kann man denn nur so DUMM sein. Statt sich still und leise zu verhalten laufen die zur Polizei. IDIOTEN.
Ein freundlicher Herr in Zivil (wahrscheinlich chinesische Stasi) will uns glauben machen das alles zu unserem besten ist und wir nur nicht bleiben können weil die Hotels uns nicht lassen. Da muss ich fast lachen. Ich bin stocksauer sowie wütend und zeige ihm das auch vorsichtig, mit dem Ergebnis das er die freundliche Fassade fallen läßt, mich zur Seite nimmt und wir eine etwas heftigere Diskussion haben.
Doch das hilft alles nichts. Wir bekommen zwei Minibusse, die wir natürlich selbst bezahlen müssen, und werden nachts nach Linxia geschafft, ein kleines Städtchen knapp drei Stunden weiter. Kurz vor Mitternacht dort angekommen können wir selbst sehen wo wir eine Schlafplatz finden
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Einheimischer in Linxia              Peking und der Sozialismus    Mao am Tor der Verbotenen Stadt        das Olympiastadion

Mittlerweile habe ich mich mit John aus England angefreundet, durch dessen Business in Umweltfragen genug Gesprächsstoff zur Verfügung steht. Wir finden ein günstiges Hotelzimmer und den englischsprachigen Kanal 9 des chinesischen Fernsehens. Überrascht hören wir vom Erdbeben in Sichuan und sehen erste Bilder und Berichte. Das hält uns bis weit nach Mitternacht munter.
Am nächsten Morgen der erste Bus nach Lanzhou. Dort trennen wir uns, und ich erwische einen Zug nach Peking, der nur eine Stunde später fährt, mal wieder Glück gehabt. Die Liegeabteile im Zug präsentieren sich nigelnagelneu und ich muss erkennen das dieser Zug gerade aus Lhasa kommt. Ist das nicht Ironie des Schicksals: Da versuche ich wochenlang nach Tibet zu kommen und darf meine letzte lange Strecke (22 Stunden) mit genau diesem Zug fahren - nur in die falsche Richtung.
Ankunft in Peking. Ein Taxi bringt mich zum Hostel, oder besser gesagt in die Nähe. Ich hatte mir ein Haus im Zentrum ausgesucht, das sich noch dazu in einem Hutong versteckt. Ein Hutong ist ein Labyrinth von Gassen, eng, schmal und ohne jedes Muster. Verlaufen garantiert. Dafür herrscht in diesen Gebieten häufig noch das ganz normale und einfache Leben. Leider werden immer mehr dieser einstöckigen Häuser flächenweise abgerissen und Neubaublocks mit nichts sagenden geraden Straßen errichtet.
Am ersten Abend schaue ich gleich im Quanyude Restaurant vorbei, in dem die chinesischen Kollegen arbeiten, die im Januar bei uns im Park Hotel Weggis waren. Das war eine Wiedersehensfreude. Ich werde gleich zum Essen eingeladen und neben den Bekannten kommen im Laufe des Abends noch jede Menge Direktoren  und Abteilungsleiter vorbei um den Gast aus der fernen Schweiz zu begrüßen. Ein paar Eckdaten zum Restaurant:
4 Stockwerke mit insgesamt knapp 2.000 Sitzplätzen (in zig Räume unterteilt), 200 Angestellte und einen Verbrauch von 2.000 Enten pro Tag (das Quanyude ist seit 1864 eine Institution in Sachen Peking-Ente). Es war ein sehr angenehmes Gefühl, nach fast drei Monaten in eine Stadt zu kommen und bereits bekannte Leute zu begrüßen.
Die nächsten Tage starte ich ein Hardcore Sightseeing  Programm der Sonderklasse in und um Peking. Eigentlich dachte ich das mich nach so viel China nichts mehr groß überraschen kann, doch weit gefehlt.
Als erstes die Verbotene Stadt. Ich habe ein wenig Wetterpech an diesem Tag, doch der Nieselregen kann den monumentalen Eindruck kaum schmälern.

das Südtor der Verbotenen Stadt, nebst wunderschönen Gebäuden, einem der Thronsäle und jede Menge schöne Details.

Noch vor dem Platz des Himmlischen Frieden die ersten großen Tore. Riesig groß und mit bis zu 20 m starken Mauern. Vor ein paar hundert Jahren muss dieser erste Eindruck Besucher schon komplett beeindruckt haben.
Ich schwimme heute in einem Fluss von Touristen (ich sehe an einem Tag in Peking mehr ausländische Touris als in einem Monat reisen durch andere chinesische Gebiete) durch diese Tore in die Verbotene Stadt. Die hat gigantische Ausmaße und beeindruckt mit der Demonstration von Größe und Stärke. Den lauten Reisegruppen schaffe ich es zu entfliehen in dem ich wie einige andere in den Nebengebäuden unterwegs bin und in so manchem kleinen Garten diese Zeugnisse des alten China wahrlich genießen kann.
Nie vermutete 5 Stunden bin ich in der Kaiserstadt und nur der immer stärker werdende Regen kann mich letztendlich vertreiben.
Am nächsten Tag Sonnenschein und hinaus zum Sommertempel, dem Rückzugsort des Kaisers. Ein gigantischer Park mit See wird zwar von Besuchern praktisch überrannt, doch die Vielzahl der Menschen schaffe ich praktisch wegzublenden. Im Park steht wie es sich für den Kaiser und sein Gefolge gehört, alles vom längsten, besten und schönsten. Keine Brücke in China hatte wie die hier 17 Bögen, kein Wandelgang im ganzen Land war länger, kein Tempel schöner. Aus geplanten 2 bis 3 Stunden werden schließlich ganze 7 und durch die langen Fahrten im Stadtgebiet bin ich mal wieder den ganzen Tag unterwegs
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im Sommerpalast...                 ...hübsche Details...                ...die 17 Bögen Brücke...          ... und Farben über Farben

Am nächsten Tag nur kleinere Sachen. In schwül heißer Luft (haben über 30°C und Dank Smog eine Dunstglocke die keinen Luftzug oder blauen Himmel zulässt) zum Himmelstempel, wo der Kaiser für eine gute Ernte opferte und betete. Hinterher quer durch die Stadt bis hin zum Olympiastadion. Das ist noch weiträumig abgesperrt und viele bekommen nur ein Foto mit Bauzaun drauf. Das ist mir zu wenig und ich suche so lange bis ich ein Trafohäuschen finde, von dessen Dach ich einen prächtigen Blick auf das “Vogelnest” habe. Anscheinend ist das verboten, denn kein Chinese (sind zahlreich vorhanden) traut sich mir zu folgen.
Hinterher ein bisschen durch die Stadt streifen. Wundervolle Hutongs, kleine Tempel, nette Seen und Parks. Eben ein richtig gemütlicher Bummelnachmittag der auf dem Hügel nördlich der Verbotenen Stadt endet. Von hier aus hat man einen nicht zu übertreffenden Blick über das Areal und ich bleibe bis zur Dämmerung sitzen.

Hutong: Pseudonym für eine mit einstöckigen Häusern bebaute Fläche, die aus einem Gassen- labyrinth besteht, von denen sich so manche als Sackgasse erweist.

Obwohl das Programm der letzten Tage vollgestopft war, und ich langsam richtig müde bin, geht die Erkundung der Gegend weiter. Erneut früh aus dem Bett, suche ich in der morgendlichen Rush Hour nach dem richtigen Bus um aus der Stadt zu kommen. Das gelingt mit ein wenig Mühe. Eine Stunde später bin ich in Miyun, von wo aus das Weiterkommen schon weit schwieriger wird. Die teuren Taxis umgehend und durch die halbe Stadt laufend finde ich einen Minibus nach Simatai - zur Großen Mauer. 95% aller Besucher fahren nach Badaling, gleich nordwestlich von Peking, und erleben dort ein perfekt restauriertes Mauerstück mit allem touristischen drum und dran. Meiner Ansicht nach wenig aufregend, vor allem weil tausende von Leuten dort unterwegs sind.
Hier in Simatai ist das ganz anders. Die Mauer steht fast noch im Urzustand, Wachtürme sind nur noch halbe Ruinen, die Brustwehr ist entweder kurz vor dem Absturz oder bereits verschwunden und der Wall auf dem man läuft besteht teilweise aus kleinen Kletterpartien. Dafür begegnen mir heute nur etwa 30 Leute und echtes Entdeckerfeeling kommt auf. Zwar läuft man “nur” auf einer 5 m breiten Mauer, aber die zieht sich beeindruckend über die Hügelkette und war mit den baulichen und transporttechnischen Mitteln von vor 1.000 bis 2.000 Jahren eine unvorstellbar große Leistung. Einzig das Wetter spielt nicht richtig mit, und der grau bedeckte Himmel lässt den einen oder anderen Nieselregen zu.
Den halben Tag bin ich in Simatai und Jinshaling unterwegs bevor mich eine erneut abenteuerliche Reise zurück nach Peking bringt. Als emotional wichtiges Mitbringsel dabei: ein kleines Mauerstück, auf dem Weg gefunden und aller Wahrscheinlichkeit nach vor über 1.000 Jahren beim Bau verwendet.

     die Große Mauer bei Simatai und Jinshanling, unrestauriert und beeindruckend schön                 am Meer bei Shanhaiguan

Müde und körperlich ziemlich fertig quäle ich mich am Tag darauf 3 Uhr morgens aus dem Bett um das Programm hier zu vollenden. Ein Bummelzug bringt mich in knapp vier Stunden nach Shanhaiguan ans Meer. Nachdem ich bereits am westlichsten Ende der Großen Mauer in Jiayuguan war, treibt mich Neugier und Ehrgeiz dazu zu sehen wie sie im Osten am Ozean endet.
Die Festung und ein letztes Stück der Mauer die wirklich bis ins Wasser reicht, beeindruckt mit Größe und Stärke. Einziger Wermutstropfen: Die Altstadt in Shanhaiguan wird gerade komplett saniert (wird wahrscheinlich für Olympia herausgeputzt). Das ist mehr als schade, den ich wollte mir hier einen gemütlichen Tag machen. So aber ist das gesamte Areal aus mehreren Quadratkilometern eine einzige Baustelle. An jedem Haus wird gebaut und die Straßen bestehen nur aus Staub und Dreck.
Selbst die mitgebrachte Badehose bleibt unbenutzt, denn auch an einem solch heißen Tag wie heute verkneife ich mir lieber die Abkühlung im Meer, denn durch den nahen Hafen sieht der Strand und das Küstengewässer ziemlich verschmutzt aus.
Ich habe genug gesehen, war lange genug unterwegs und will jetzt eigentlich nur noch schlafen. Am letzten Tag in Peking lasse ich es ruhig angehen, stehe spät auf, kaufe noch ein paar kleine Souvenirs und packe mehr widerwillig meinen Rucksack, denn das war es dann gewesen.
Am letzten Abend noch ein Besuch bei meinen Freunden im Quanyude. Die bereiten mir noch ein wunderbares Dinner mit Pekingente und allem drum und dran, wobei jeder bekannte Koch mir noch eine kleine Spezialität extra zubereitet. Immerhin schaffe ich es heute mich durchzusetzen und “darf” eine allerdings gekürzte Rechung selbst bezahlen.

Big Brother is watching you      der Himmelstempel               ein Blick über die Verbotene Stadt        Peking bei Nacht

Freitag, 23.Mai 2008,

es ist Zeit Abschied zu nehmen. Müde quäle ich mich morgens um 6 Uhr aus dem Bett und bin ohne Frühstück zwei Stunden später im Flughafen. Einchecken, einsteigen, alles die übliche Prozedur.
Nach 8 Stunden Flug umsteigen in Helsinki und gegen 18 Uhr Ortszeit die Landung in Frankfurt/Main.
Hertz hat glücklicherweise einen Opel Corsa für mich, denn Europcar ist über Tage ausgebucht und ohne einen verfügbaren Wagen für mich. Noch dreieinhalb Stunden Autofahrt und gegen Mitternacht sinke ich glücklich ins heimatliche Bett.
Viel Schlaf bekomme ich nicht ab, denn am Samstag startet bereits nachmittags eine große Party in Lauenhain. Viele kommen, teilweise von weit her, und ich bin überglücklich solch eine Familie und solche Freunde zu haben.