Auf dieser Seite geht es um meine Freizeit und so manch andere verrückte Sachen

Das Jahr 2007...

...beginnt mit dem Winter im Engadin. Ich hatte mir viel vorgenommen, aber vor allem das Wetter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Eine Störung nach der anderen zog durchs sonst sonnenverwöhnte aber eiskalte Engadin und machte den Langlauf zum Glücksspiel. 10 Tage vor dem 1. Marathon ereilte mich dann auch noch eine schlimme Magengeschichte und ich schaffte den Traum aller Diätfreunde: 3 kg abnehmen in nur 4 Tagen. Am Marathon nahm ich trotzdem teil, aber auf dem letzten Teil der 58 km spürte ich deutlich das mein Körper keinerlei Reserven mehr hatte. Kaum zu glauben, aber ich schaffte mit 3:06:00 h einen neuen persönlichen Rekord, aber die machbare Zeit unter drei Stunden hatte ich verpasst. Schwamm drüber.

Zwei Wochen danach der große Engadiner Skimarathon mit 11.000 Läufern und ich in der ersten gelben Startgruppe. Die Bedingungen nicht die besten, ein See war erst 8 Tage zuvor komplett zugefroren und da fast kein Schnee darauf lag gab es viele Stürze auf blankem Eis. 1,5 km nach dem Start trat ein Mitläufer so auf meinen Stock das er zerbrach. Erst bei km 5 gab es einen Ersatz, aber bis dahin wurde ich in der Gruppe bereits nach hinten durchgereicht. Über die Seen hatte ich zu kämpfen um dranzubleiben, denn starker Gegenwind machte allein laufen extra schwer. Ab St. Moritz stand ich im Stau und eine gute Zeit rückte in weite Ferne. Trotz aller Widrigkeiten war es kein guter Marathon und selbst die letztendlich gute Platzierung (wie im letzten Jahr unter den ersten 2000) konnte mich nicht besänftigen, denn bis zu 800 Plätzen weiter vorn wäre heute für mich drin gewesen.

Anscheinend war es wirklich nicht mein Winter, sei es im Saratz oder in der Loipe. Nach dem Umzug in die Zentralschweiz habe ich mir einiges vorgenommen. Als erstes seht ihr mein neues Rennrad. Es wurde Zeit mein altes nach
10 Jahren guter Dienste in Zahlung zu geben. Mit dem Neuen werde ich einige Kilometer durch die Berge radeln und zum Ende des Sommers den Versuch starten Alpe d’Huez in unter einer Stunde zu fahren. Hohe Ziele mit Spaßfaktor...

Giant - Alu/Carbon - 8,5 kg

Der Radsommer beginnt ernüchternd. Ich dachte dort weiter machen zu können wo ich vor 18 Monaten aufgehört habe. Fehlanzeige. Noch im Mai bekomme ich einen Tag nach Training am Rigi mit knapp 600 Hhm dann am Klausenpass die Höchststrafe und muss zwei Mal für eine kurze Pause vom Rad. Diese Schmach lasse ich nicht lange auf mir sitzen und bin innerhalb von acht Wochen wieder auf einem vernünftigen Leistungslevel. Mir helfen dabei kleine unbekannte Pässe, wie z.B. der Pragelpass mit kilometerlangen Steigungen zwischen 15 und 20%. Einzig das Wetter macht mir immer wieder das Leben schwer. Auf der Abfahrt vom Susten erwischt mich ein Hagelschauer und das Fahren im Regen ist nach wie vor nicht angenehm, wird aber zur Gewohnheit.
Zwischenzeitlicher Höhepunkt ist meine Königsetappe vom 8.Juli 2007. Weggis - Pragelpass - Glarus - Klausenpass - Weggis. 2900 Höhenmeter, 172 km teils im Regen, das brauchte Kampfgeist und 7,5 Stunden im Sattel.

vor dem Marathonstart

14. Juli: Inlinemarathon über 40 km in Zug. Ein heißer Tag mit über 30°C. Schon beim Start fängt man im Getümmel an zu schwitzen. Bereits nach einigen Kilometern merke ich, das meine 50 km Training auf diesen Rollen nicht ausreichen um hier mitzuspielen. Technisch laufe ich anscheinend kraftverschwenderisch, jedenfalls zieht Zug an Zug an mir vorbei ohne das ich mithalten kann. Einziges Trostpflaster: Fit genug bin ich, den bei Steigungen kann ich nicht nur mithalten, sondern überhole einige von denen die mir in der Ebene davongefahren sind. Nach akzeptablen 1:42:20 Stunden (6 Minuten schneller als vor zwei Jahren) erreiche ich als 769. von 1015 Startern das Ziel. Keinesfalls berauschend, aber für mich war es auch der unbedeutendste Marathon diesen Jahres. Die wichtigen kommen noch...

mit dem Rad bezwungene Pässe 2004:
Albulapass, von La Punt,   9 km lang, 630 Höhenmeter, 0:42:45 h Albulapass,v.Tiefencastel,   32 km, 1425 Hhm,  2:15:00 h
Alpe d’Huez,v.Bourg d’Oisans,14km, 1100 Hhm,   1:10:47 h
Berninapass v. Pontresina,   16 km, 530 Hhm,   0:41:50 h Berninapass von Tirano,      36 km,1880 Hhm,  2:38:00 h 
Col de Galabier, v. Valloire,  18 km,1235 Hhm,   1:29:50 h
Col de Madeleine,v.La Chambre,19km,1500 Hhm, 1:42:30 h
Col de Telegraph,v.St.Maurienne,12km,            1:02:00 h
Flüelapass von Susch,          14 km, 930 Hhm,   1:06:30 h
Julierpass von Silvaplana,       8 km, 480 Hhm,  0:31:00 h        Malojapass v. Chiavenna,       34 km,1440 Hhm, 2:04:00 h
Ofenpass, von Zernez,        22 km, 850 Hhm, 1:12:08 h
         

2005 kamen folgende Pässe neu dazu:
Furkapass, von Realp,          11 km,  893 Hhm,  1:00:00 h
Grimselpass, von Gletsch,      4 km,  408 Hhm,  0:27:30 h
Passo di Gavia, v. Bormio,     25 km, 1401 Hhm,  1:50:00 h
Splügenpass,v. Chiavenna,      30 km,1780 Hhm, 2:11:30 h
Stilfser Joch, von Prad,       26 km,1844 Hhm, 2:11:00 h
Sustenpass,v. Innertkirchen,   28 km,1599 Hhm, 2:12:00 h

2007, weitere Passerfolge:
Albulapass, von Filisur        22 km,1280 Hhm     1:31.13 h
Col d’Iseran,v. Lanslebourg    33 km,1371 Hhm    2:05:30 h
Col Mt. Cenis,v. Lanslebourg   10 km, 682 Hhm    0:50:10 h
Glaubenbergpass, v. Sarnen   14 km,1071 Hhm   1:18:00 h
Glaubenbühlerpass,v.Giswil     13 km,1131 Hhm    1:07:00 h
Glaubenbühlerpass,v.Schüpfheim,23km,882 Hhm    1:27:00 h
Gotthardpass, v.Airolo         14km, 993 Hhm    
Grimselpass,v.Innertkirchen    26 km, 1540 Hhm   2:03:00 h
Klausenpass, von Altdorf       24 km,1535 Hhm    1:50:31 h
Klausenpass, von Linthal       22 km,1280 Hhm,  1:54:30 h
Nufenenpass,v. Ulrichen        14 km,1132 Hhm    1:13:30 h
Pragelpass, von Muothatal      12 km, 927 Hhm    1:06:46 h
Sustenpass, von Wassen       18 km,1308 Hhm   1:34:30 h

2008,neue Pässe und kein Ende:
Col du Pre,v.Beaufort          13 km,1008 Hhm    1:05:30 h
Col D’Agnel, von Ville-Vieille   21 km,1370 Hhm    1:42:00 h Glaubenbergpass, v. Entlebuch 15 km,1006 Hhm   1:22:20 h
Cormet de Roselend, v. Bourg-Saint-Maurice          
                                                         19 km,1156 Hhm    1:22:10 h

Aufs Rad komme ich im Juli nur selten, aber wenn dann richtig. Ende des Monats schaffe ich zwei Etappen in zwei Tagen. Zuerst 80 km mit 800 Höhenmetern und einen Tag darauf 160 km inclusive Sustenpass und 2250 Höhenmetern. Das stählt und macht leidensfähig. Spaß macht es mir nach wie vor und es ist ein Traum hier zu radeln. Seen mit türkisfarbenem Wasser, Gletscher, einsame schmale Strassen und Berge, Berge, Berge.
Ich brauche wenigstens zwei Sommer um hier alles abzufahren.

Mit dem Training wird es auch weiterhin nicht besser. Job, Wetter und die Korrektur vom Buch fressen Zeit und Gelegenheit. Trotzdem nehme ich im August an zwei denkwürdigen Radrennen teil. Das erste ist das Alpenbrevet am 11.08.2007. Von Andermatt über 4!!! Pässe mit 4970 Höhenmetern und 160 km wieder nach Andermatt. Start morgens 6.30 Uhr. Das Wetter? So la la. Knapp 500 Leute am Start. Hinunter nach Wassen und rauf auf den Susten. Ich kenne inzwischen meine Möglichkeiten und übertreibe nicht. Kurz vor Passhöhe fahren wir in die Wolken und es beginnt zu regnen. Sollte das ein weiterer Tag der Qualen werden? Temperaturen von 10°C und der Fahrtwind erzeugen bei 50 km/h eine gefühlte Temperatur von unter 0°C. Gott sei Dank hört es in Innertkirchen auf zu regnen und später kommt sogar die Sonne durch. Von dort hoch auf den Grimselpass. Einige überholen mich, aber auch ich ziehe an einigen vorbei. Auf dem Berg immer winddichte Sachen an- und im Tal ausziehen um gesund zu bleiben. Einige Fahrer sehe ich des öfteren und man kommt ins Gespräch. Entgegen den Profis fährt aber selten ein Pulk zusammen, denn spätestens am Berg ist jeder allein und muss sein Tempo finden. Der Nufenenpass wird zum Scharfrichter. Auf 14 km knapp 1100 Höhenmeter, Abmaße wie in Alpe d’Huez. Langsam tut es richtig weh, und manchmal möchte ich am liebsten absteigen. Aber dann sehe ich Fahrer am Rand die dasitzen oder ihr Rad schieben, was mich die Zähne zusammenbeißen lässt. Ich schaffe diesen Berg, denke aber mit Grausen an den Gotthard, der noch folgt. Erstaunlicherweise erholt sich mein Körper auf der Abfahrt und obwohl da keine Reserve mehr ist, trete ich den letzten Pass ohne Pause hoch. Ein paar Plätze verliere ich noch, unter anderem an eine hübsche junge Frau, aber mehr ist nicht drin. Überglücklich erreiche ich Andermatt in 9:08:00 h als 133. von 488 gestarteten und bin unheimlich stolz. Wen es interessiert, die zwei härtesten Tour de France Etappen in 2007 hatten folgende Abmaße: 8.Etappe mit 160 km und 4300 Höhenmeter sowie 16.Etappe mit 219 km und 4500 Höhenmeter. Klar das die viel schneller fahren aber ein gewisser Stolz schwingt bei Bezwingung solcher Tortouren schon mit denn schließlich ging es heute insgesamt 70 km bergauf mit einer Durchschnittssteigung von 7%

Nur 8 Tage später die Alpenchallenge. Eigentlich Wahnsinn zwei so harte Rennen kurz hintereinander, aber ich fühle mich gut genug. Start im ersten Morgengrauen. Von Lenzerheide nach Filisur hinunter und gleich darauf der Aufstieg zum Albulapass. Kaum zu glauben, aber ich pulverisiere förmlich meine Bestzeit an diesem Berg. Im Engadin regnet es wieder wie bereits vor zwei Jahren, aber glücklicherweise hört es bereits auf dem Weg zum Julierpass wieder auf. Den kann ich nicht mehr so schnell fahren und langsam spüre ich die Strapazen von letzter Woche. Wenn keine Kraft mehr da ist hilft manchmal der Kampf. Am letzten Berg hinauf nach Lenzerheide versucht mich einer zu überholen. Drei Mal wehre ich ihn ab, aber er kommt immer wieder heran. Irgendwoher aus meinem Körper hole ich das letzte Quentchen Energie, hänge ihn ab und überhole außerdem zwei andere. Am Ziel entsteht nebenstehendes Foto. Ich bin mehr als happy über meine Leistung und verbuche Platz 233 von 460. Vielleicht wird es beim nächsten Mal eine Zeit unter 5 Stunden...

Wer vom Lesen noch nicht genug hat, es dreht sich ein weiteres Kapitel ums Rad fahren. Anfang September ein Kurzurlaub in Frankreich. In der Gegend zwischen Val d’Isere und Grenoble mache ich die Straßen unsicher. Eine herrliche Gegend und absolut tolles Wetter. Als Neueroberung verbuche ich den Col d’Iseran, Europas höchsten Straßenpass mit 2770 m Höhe, und das mit Bestzeit (Highscore Col d’Iseran auf www.quaeldich.de). Nebenbei der Col Mt. Cenis und als alte Bekannte der Nufenen, Col d’Telegraph, Col d’Galabier und natürlich Alped’Huez. Rache nehme ich gleich am Beginn des Urlaubes am Nufenenpass. Zum Alpenbrevet quälte ich mich in etwas mehr als anderthalb Stunden hinauf, jetzt schaffe ich es locker in 1:13:30 h. Überall springen tolle Zeiten heraus, das Doppel Telegraph und Galabier schaffe ich fast 15 Minuten schneller wie vor 3 Jahren als ich auf wilder Hatz Det zuerst ein- und dann überholt habe. Einziger Wermutstropfen: Alpe d’Huez. Durch das wenige Training der letzten Zeit hatte ich diesen Berg ganz nach hinten auf der Rundfahrt gelegt. Vielleicht waren am Ende meine Beine zu schwer, oder aber die Ausrichtung des Trainings ging zusehr in Richtung Langzeitbelastung, denn der “Sprint” hinauf geht zwar schneller als jemals zuvor, aber mit 1:07:40 h fehlen mir ganze 7 Minuten zum Traum aller Träume.
Nachdem ich dieses Jahr bereits einige sportliche Ziele knapp verpasst habe ohne zu enttäuschen, bleibt mir ein Ziel mehr für die nächsten Jahre. Und mein Körper hat gezeigt das es möglich ist...

Schweizer Passstraßen...

auf dem Col d’Iseran

französische Alpen

ein Stück Furkapass

Nach dem Frankreich Urlaub lege ich eine Trainingspause ein. Das Wetter war mies und ein Aufenthalt im Freien unangenehm. Das eigentlich geplante Lauftraining bleibt Mangelware und beim Luzern Marathon Ende Oktober sind alle Startplätze weg. Mein Dickschädel läßt mich eine Alternative suchen, die ich am 28.Oktober in Basel finde. Kurz entschlossen stehe ich an diesem Samstag Morgen im dortigen Stadion zusammen mit ungefähr 200 Läufern am Start. Eigentlich Wahnsinn, denn in diesem Sommer bin ich nur ein halbes Dutzend Mal ernsthaft gejoggt, meistens nur um die 5 km...
Egal. Nach dem Start ordne ich mich im letzten Drittel des Feldes ein und schaue mir die Sache erst einmal an. Nach ein paar Kilometer empfinde ich das Tempo als zu langsam und kämpfe mich im Feld nach vorn. Die Strecke liegt schön im Naherholungsgebiet von Basel und vier Runden a 10,371 Kilometer nebst Anfangs- und Endrunde im Stadion sind zu laufen. Es gelingt mir relativ problemlos einen guten Rhythmus zu finden und wie ein Uhrwerk spule ich die Kilometer in jeweils 4:36 min. herunter. Das gelingt mir immerhin bis Km 25, dann fange ich an langsamer zu werden. Bei Km 32 kommt der “Mann mit dem Hammer”. Es ist wirklich so das man nach dieser Distanz nicht mehr kann und daran denkt aufzuhören. Mit einem starken Willen überwinde ich dieses Tief, allerdings baut mein Körper auf Grund des geringen Trainings immer weiter ab. Was für eine Erleichterung, als die letzte Stadionrunde bis zum Ziel vor mir liegt. In 3:28:46 h bleibe ich in meinem ersten gerannten Marathon unter den von mir angepeilten dreieinhalb Stunden und kann Platz 65 von über 240 gestarteten verbuchen. Meine Beine fühlen sich an wie steife Holzklötzer, aber das ist egal, denn das Glücksgefühl über das Erreichte überstrahlt alles.

Im Jahr 2007 habe ich es geschafft an 6 Marathons in 4 Stilrichtungen teilzunehmen. Zwei auf Langlaufski über 58 und 42 Km, einen über 42 km mit Inline-Skates, zwei über mörderische Pässe auf dem Rennrad mit 160 und 120 km sowie als krönender Abschluß der erste “klassische” Marathon meines Lebens. Ich hätte nie gedacht solch verrückte Sachen mit immerhin 36 Jahren zu vollbringen, aber das Leben ist voller Überraschungen...

Der Sommer 2008 findet auf dieser Seite nur eine kurze Erwähnung. Zu wenig ging vorwärts, auch im Sport. Auf Grund des Wetters und anderer widriger Umstände kam ich erst Mitte Juni so richtig aufs Rad und konnte in dem kurzen Sommer nur wenig erreichen. Immerhin nahm ich wie im letzten Jahr an den zwei sehr harten Radmarathons teil und konnte trotz Trainingsrückstand die Leistungen des letzten Jahres bestätigen. Für mich kein Grund zu jubeln, auch wenn eben diesen Sommer nicht mehr drin war.
Den inzwischen zur Regel gewordenen Radurlaub Anfang September habe ich mit wenig Ehrgeiz und viel  

[Home] [Winter 17/18] [Schweiz] [Sommer 2018] [Hobbys]