Südostasien vom 17. Dezember 2008 bis 7. April 2009

Dies ist der Bericht meiner Reise durch Südostasien, bei der ich Singapur, Malaysia, Thailand, Kambodscha, Vietnam und Laos besuchte, daher die vielen Flaggen und Links die alle auf diese Seite führen.
Nebenan, so wie ihr das gewohnt seid, eine Karte mit der grob eingezeichneten Route. Von Nepal aus hatte ich versucht einen möglichst günstigen Flug zu finden, der mich schließlich am 17.12.2008 von Kathmandu nach Kuala Lumpur brachte.
Von da an bestimmten meistens Busse meine Fortbewegung und nachdem ich einen Schwenk bis hinunter nach Singapur machte folgten noch einmal Malaysia, dann der erste Teil von Thailand, Kambodscha inklusive Angkor Wat, Vietnam vom äußersten Süden bis zur Grenze nach China, Laos komplett von Nord nach Süd und letztlich noch einmal eine kleine Reise durch Thailand.
Es war eine aufregende Reise mit vielen Überraschungen: kulinarisch, landschaftlich, menschlich und kulturell. Viele Persönlichkeiten liefen mir über den Weg, mit denen ich mehr oder weniger Zeit verbrachte. Orte und Abenteuer kamen und gingen...

Der Flug am 17. Dezember 2008 war wie ein Wechsel in eine andere Welt. Das Klima auf einmal tropisch. Habe ich noch vor ein paar Tagen in den Bergen auf 4.000 m Höhe bei frostigen Temperaturen sehnsuchtsvoll auf eine heiße Dusche gewartet, sehne ich nun täglich eine kalte herbei. Wir haben tags wie nachts um die 30 °C und eine Luftfeuchte in Richtung Sauna. Da blieb mir manchmal nur in eine große Shoppingmall um meinem Körper für eine kleine Pause die Vorzüge einer Klimaanlage zu gönnen. Die ersten Tage Sightseeing in Kuala Lumpur. Nett. Anschauenswert. Manches kannte ich schon von einer Zwischenlandung im Jahr 2001, als ich auf dem Weg nach Neuseeland einen Tag hier war. Danach mit dem Bus hinunter nach Melaka. Alte Stadt mit viel Historie.

Sultanpalast, Kuala Lumpur     Bikertreffen in Kuala Lumpur     portugiesisches Fort, Melaka

Petronas, Twin Towers

Kitsch-Rikscha in Melaka         Skyline von Singapur             viele Kulturen erlaubt                                                                                                           Weihnachten bei 30 °C

Rechtzeitig vor Weihnachten Ankunft in Singapur. Wow, was für eine tolle Stadt. Das würde meine Großstadtwahl in Südostasien zum wohnen sein. Alles sauber, trotzdem asiatischer Flair mit Tempeln, Moscheen und Kirchen im trauten Beisammensein. Neben tagelangem Sightseeing Programm ein besonderes Highlight: Nachtsafari im Zoo. Genial. Nachts sind die Tiere viel aktiver, und können sich in dem riesigen Areal relativ frei bewegen. Da sind keine sichtbaren Zäune, und ich komme Tigern, Leoparden und Rhinozerossen näher als gedacht. Ganz zu schweigen von der Fledermaus- höhle…
Am 27. Dezember die Rückkehr nach Malaysia. Kurzer Stopp in Kuala Lumpur, den ich im Nachhinein bereue. Das Hostel hatte Bed Bugs (Bettwanzen) und ich werde in nur einer Nacht heftig verbissen. Ist ungefährlich, aber juckt lange und mächtig.

farbenfrohes Multi-kulti               Singapur, botanischer Garten mit extra Orchideengarten     Show im Zoo, eine Nachtsafari

 ohne Worte                          Raucherecke - Smoking Area   üblicher Luxusbus mit viel Platz

Der grobe Plan und die Route führen von Kuala Lumpur weiter nordöstlich in die Cameron Highlands, ursprünglich Rückzugsgebiet für die hitzegeplagten Engländer zur Kolonialzeit. Höhe: um die 1.500 m. Die Abende kühl, die Nächte erholsam auch ohne Klimaanlage. Ringsum Regenwald durch den sich stundenlang Pfade winden, und dazwischen schier endlose Teeplantagen. Habe eine tolle Zeit da oben, nur das Wetter spielt nicht richtig mit. Der Nordostmonsun drückt über die Berge und wir haben täglich spätestens ab 14.00 Uhr einen heftigen Regenschauer nach dem anderen. Das hält uns nicht davon ab eine tolle Sylvesterparty im Father’s Guesthouse zu feiern, einem Hostel das original ein Gotteshaus war und eigentlich noch ist. Der dazugehörige Erzbischof war zur selben Zeit dort wie ich, was mir als Ungläubigen doch ein wenig göttlichen Segen beschert.

Teeplantage,Cameron Highlands, bei Sonne und Regen           Pulau Langkawi, Malaysia       Gabrielle

mein kleines Paradies

Am 1. Januar wieder runter vom Berg und an die See. Setze über auf eine kleine Insel, genannt Pulau Pangkor. Bin bereits eine Stunde nach Ankunft heftig enttäuscht: die Strände langweilig, überfüllt und schmutzig, genau wie Unterkünfte und Restaurants. Kurzer Entschluss: Gleich am nächsten Tag weiter. Bin am 2. Januar 12 Stunden unterwegs und benutze 3 Taxis, 2 Fähren und 3 verschiedene Busse. Lohn der Mühe: bin auf Pulau Langkawi, der schönsten Insel an der malaysischen Westküste. Viele Touristen, aber endlose Strände gesäumt von Palmen, sehr gutes Essen (wo kann der Fisch frischer sein als hier?) nebst zollfreiem Alkohol (das Bier im Restaurant bei 60 Cent). Tüpfelchen auf dem i: treffe die Ungarin Gabrielle wieder :-))))) Tue nun das was ich seit Jahren nicht mehr getan habe: nichts. Am Strand faulenzen, mit dem Moped um die Insel düsen, gut essen und all die Sachen tun die Spaß machen. Well, ich habe mein kleines Paradies gefunden.

Ich blieb noch bis zum 8. Januar auf der Insel Langkawi, dann wurde es Zeit den Koffer zu packen. Zwei Tage zuvor musste ich mich von Gabrielle verabschieden, ihr Flieger ging nach Singapur. Sie war einer der Gründe warum ich mich dort so wohl gefühlt habe. Doch das Abenteuer geht weiter.
Die Ankunft mit der Fähre an der thailändischen Grenze bringt die erwartete Enttäuschung. Bei Einreise über Land bewilligt die Regierung nur noch einen Aufenthalt von 15 Tagen, gegenüber 30 Tagen von früher. Das hatte ich kurz vorher erfahren, und meinen Plan entsprechend umgestellt. Zusammen mit Paula aus England (kennengelernt auf der Fähre) schaffe ich es bis Krabi an der südwestlichen Küste von Thailand. Die Stadt ist nichtssagend und wir über-
nachten am Ao Nang Beach. Der erinnert stark an das spanische Loret de Mar (Massentourismus) und so brechen wir am nächsten Tag zu verschiedenen Zielen auf. Meine Wahl: der Ton Sai Strand, nur per Boot zu erreichen. Die Entscheidung war gut. Eine schöne Bucht, umgeben von steilen Kalksteinfelsen. Ich finde einen billigen Bungalow, bestehend aus Bambus und Bast. Klimaanlage nicht vorhanden, doch die Bauweise und Lage unter schattigen Bäumen sorgt für angenehmes Klima (22 °C in der Nacht sind inzwischen kühle Temperaturen für mich). Hauptbeschäftigung der Leute hier: Felsklettern. Mache auch einen Tag mit und habe durch Zufall beim Einsteigerkurs meinen eigenen Lehrer. Das bedeutet beste Betreuung - und mehr Kletterei als erwartet. Komme an einem Tag auf 11 Klettergänge und habe am Abend keine Kraft mehr in den Händen, doch es war riesig wie ein Äffchen in 30 m Höhe am Fels zu kleben. Am 10. Januar dann Vollmondparty, wer schon in Thailand war weis was das bedeutet: Party extrem !!! Die Leute sind gut drauf und selbst ohne Party grüsst in der Bucht jeder jeden und findet Zeit für einen kleinen Schwatz. Fühle mich absolut wohl hier und es fällt schwer ein paar Tage später weiter zu ziehen

die Strandbuchten bei Krabi      Lehrer und Schüler...             ...am Felsen klebend...            ..und Ausblick zur Belohnung

Mit dem Schiff nach Koh Phi Phi. Laut Reiseführer eine DER Inseln hier. Naja, das muss meiner Meinung nach etwas revidiert werden. Klar ist die Insel hübsch, doch mehr auch nicht. Ein Betrieb wie auf Mallorca, und die meisten Leute sind auch nur wegen der Strandpartys hier. Die steigen jeden Abend, sind aber vor allem Alkohol lastig. Zwei Tage mache ich mit, dann reicht es. Weiter mit der Fähre nach Phuket. Ich bleibe in der Stadt, das ist günstiger und bietet mehr Möglichkeiten. Einen Tag nehme ich wieder eine Vespa (Miete 4 Euro am Tag und Spritpreis von 35 Eurocent pro Liter) und fahre die Halbinsel ab. Hätte nie gedacht das Phuket so bevölkert ist. Man kommt praktisch kaum aus den Ansiedlungen heraus und die Strände sind dermaßen überfüllt das ich kaum Lust verspüre anzuhalten. Die berühmten Buchten von Patong und Karon sind verbaut, laut und haben keinerlei Charme. Einzig Laem Sing bekommt von mir hohe Noten, vom Rest halte ich sehr wenig.

Koh Phi Phi                                die Strandbuchten von Phuket samt ihrer Belegung

Am 17. Januar mit dem Bus runter von der Halbinsel. Auf der Fahrt lerne ich den Deutschen Peter kennen, und Dank gleichem Ziel steigen wir am Khao Sok Nationalpark aus. Nordöstlich von Phuket gelegen, soll er durch Regenwald und einen See bestechen. Ersteres können wir bald bestätigen, als wir bei einer Tour durch thailändischen Dschungel eine Rafflesia (größte Blüte der Welt mit bis zu einem Meter Durchmesser) sehen. Am nächsten Tag breche ich zu einer Zwei-Tagestour auf. Das Glück steht mal wieder auf meiner Seite, denn die Gruppe besteht nur aus drei Engländer-
innen und mir. Habe viel Spaß mit Michel, Tanya und Lindsay. Ganz nebenbei entpuppt sich unser einheimischer Tourführer als eine Mischung aus Crocodile Dundee und Indiana Jones. Wir fahren zum kleinen Hafen am See, steigen in ein Longtailboat um und brausen eine Stunde übers Wasser. Der See ist riesig und nach steilen Felsen zu beiden Seiten entfaltet er sich in hunderte von kleinen Buchten. Unser Ziel: schwimmende Hütten in einer abgeschiedenen Ecke. Ein Volltreffer. Wir schlafen praktisch 50 cm über dem Wasser und direkt vor der Tür kann man von der schmalen “Bambus-Veranda” gleich in den See springen. Restprogramm: einstündige Höhlenerforschung ohne Ausrüstung, bei der wir teilweise schwimmend vorwärts kommen, Dschungeltrekking mit Naturausbildung von unserem Guide, sowie spät abends und sehr früh (6 Uhr) eine Bootsfahrt mit Tierbeobachtung. Geniale 48 Stunden die keiner so erwartet hätte.

Am Khao Sok Nationalpark       mitten auf dem See...         ...der sich permanent verändert    die schwimmenden Hütten

Treffe dann in Surat Thani wieder auf Peter. Gemeinsam auf nach Bangkok. Der viel gepriesene Zug erweist sich als gut, nur das die Bremsen so ruckartig zupacken als hätten wir einen Auffahrunfall und die Schienen sind so schlecht das wir manchmal das Gefühl haben aus den Sitzen gehoben zu werden. Damit wird der Nachtzug zu einer schlaflosen Geduldsprobe. Am 20. Januar um 6 Uhr morgens Ankunft in Bangkok. Bereits am ersten Tag ein wenig Sightseeing. Die Stadt präsentiert sich überraschend ruhig, nichts zu sehen vom so gefürchteten Trubel. Die Tempel wunderschön, nur die Luft erscheint diesig und dreckig, was das Klima zeitweise recht unerträglich macht. Peter nimmt dann seinen Flug nach Kambodscha, ich bleibe noch zwei Tage länger. Ein Tempel jagt den anderen, wobei der Königspalast dabei weit herausragt. Soviel Gold, Farbe und noch nicht gesehene Architektur. Bin begeistert und schieße Fotos über Fotos.

rund um und im Ko Ratanakosin (der “Vatikanstadt” des Thai Buddhismus), mit Wat Phra Kaew sowie dem Königspalast in Bangkok

Der letzte Morgen in Bangkok als Beginn einer epischen Reise. 4.00 Uhr der Wecker, um einen frühen Bus an die Grenze zu erwischen. Gegen 11.00 Uhr zu Fuß nach Kambodscha und hinein in eine Scharr widerlich anhänglicher Taxiwerber. Die ersten Stunden im Land unangenehm, wie ein dauerhafter Versuch einem Geld aus der Tasche zu ziehen (selbst die Regierung ist gut dabei, Visa Gebühren werden vor Ort festgelegt und eine Quittung über das Geld erhält keiner). Das wird erst besser bei der Ankunft in Siam Reap, nachdem wir über bucklige Strassen stundenlang durchgeschüttelt wurden. Habe eine New Yorkerin (Becca) auf der Fahrt kennen gelernt. Mit ihr finde ich dann ein gutes Hotelzimmer. Am nächsten Tag stößt Peter zu uns, wir wechseln in ein schweizerisch geführtes Hostel und planen die nächsten Tage. Kleine kulinarische Geschichte: wir begegnen zum ersten Mal vietnamesischem Kaffee, Vorsicht Koffeinjunkies - der kann süchtig machen. Außerdem backen sie hier im bekanntesten Cafe RICHTIGES Brot. Nach drei Monaten Reise mal wieder echtes, festes, wohlschmeckendes Brot - das ist so lecker!!! Ansonsten: Ich hatte viel von hier erwartet, schließlich liegt Angkor Wat, die Mutter aller Tempelanlagen, gleich um die Ecke. Diese Erwartung wurde mehr als erfüllt. Drei Tage lang stehen wir um 4.30 Uhr auf, frühstücken und fahren mit dem Rad in die Tempelanlagen, bis wir am Nachmittag verstaubt und von der Sonne ausgedörrt unter die kühle Dusche flüchten. Erik (der Hostel - Besitzer) hat uns mit super Infos unterstützt, so das wir meist die Horden von Touristen vermeiden. Wir erleben tolle Sonnenaufgänge und spielen in abgelegenen, aber wunderschönen Tempeln Indiana Jones. Es wird auch nicht langweilig, denn kein Tempel ist wie der andere. Manche mehr oder weniger zerfallen, verschiedene Architektur und Baumaterialien. Dazu kommt die nicht aufzuhaltende Natur, die mit riesigen Bäumen und vor allem deren Wurzeln mitten durch bzw. über die Bauten wachsen. Ein Traum. Da ich etwas trainierter auf dem Rad bin als meine zwei Gefährten, lege ich ein paar kleine Sonderschichten ein und erlebe unter anderem wie sich ungefähr 3.000 Touristen auf einen kleinen Hügel zusammendrängen um den Sonnenuntergang zu bewundern.

Eingang nach Angkor Thom allgegenwärtig: Gott Brahma in Angkor Thom: Phimeanakas        

Terrasse der Elefanten

Ta Prohm...                    ... und Steinblöcke im Detail        Thommanom

Sonnenaufgang am Tempel      Ost Mebon                          Ta Som

1000 Jahre alte Bildhauerei

Ta Som und die Natur            Sonnenaufgang vor Angkor Wat       Angkor Wat bei Licht betrachtet, und im Inneren

Ein paar Tage später wechselt unsere kleine Reisegruppe nach Battambang, im Westen von Kambodscha. Wir leihen uns einen Tag kleine Motorräder aus und erkunden die Gegend. Sobald man den Highway hinter sich lässt bleibt auch der Asphalt zurück und nur Staub und Dreck bleiben übrig. Wir schaffen es ein ganzes Stück in die Pampa, erleben wie in einem Dorf ein alter Mann vor seiner Werkstatt (Schuppen und Wohnhaus in einem) meinen platten Schlauch vom Hinterrad wechselt und sehen am Abend aus wie die Strassen der Gegend - voll vom rötlichen Staub. Doch das war das Abenteuer wert.

einfach schön                        Tempel bei Battambong             Privattankstellen, mit geeichten Behältnissen..

Laden auf dem Land             “öffentlicher Nahverkehr”        Kinder auf dem Land              Armut auf dem Land

normale Straße                     roter Staub der alles einfärbt

Als nächstes die Hauptstadt Phnom Phen. Ein Exempel dafür wie laut und dreckig eine Großstadt sein kann. Kaum Bürgersteige, und wenn, dann zugeparkt. KEIN öffentlicher Nahverkehr, für eine Millionenstadt ein Unding, weswegen Tausende von Mopeds unterwegs sind, die alle ihre eigenen Verkehrsregeln kreieren. Müll an allen Ecken, der bei 30 Grad seine ganz eigene Duftnote entwickelt…

Gemeinsam machen wir uns auf den Weg und besuchen die “Killing Fields” genau so wie das S-21, eines der politischen Gefängnisse aus der Pol Pot Zeit. Unvorstellbar, welche Gräueltaten hier in den 70ger Jahren stattfanden und noch viel unvorstellbarer das die Welt aus politischen Gründen noch 20 Jahre nach dem Ende des Regimes weg schaute und den Verantwortlichen so noch viele Jahre sorgenfreies Leben bescherte. Da kann sich UNO und Co ordentlich auf die Schulter klopfen.
Am nächsten Tag dann die schönen Seiten der Stadt mit Nationalmuseum, Königspalast und Silberne Pagode.
Unsere Gruppe löst sich danach auf. Peter fliegt wieder nach Bangkok und Becca macht sich auf den Weg nach Singapur. Komisches Gefühl nach zwei Wochen wieder allein unterwegs zu sein. Ich brauche eine kleine Pause und reise in den äußersten Süden des Landes, an die Strände von Sihanoukville. Ausspannen, sonnenbaden und viel Party. Das gezapfte Bier in der Bar bei 20 Cent, Gin Tonic oder Bacardi Cola bei 80 Cent. Weitere Erklärungen überflüssig. Mit dem Moped kann ich sogar den Massen am Hauptstrand samt andauernd werbender Verkäufer entgehen und habe schöne Zeiten am Otres Beach. Erholt und voller Energie noch mal für eine Nacht nach Phnom Phen und dann gleich weiter nach Vietnam. Erste geplante Station: Chau Doc im südlichsten Zipfel des Landes am gewaltigen Mekong.

Sonnenuntergang Phnom Phen die “Killing Fields”                   das S-21 Gefängnis                Moped Werkstatt

StVO ?                                                       Königspalast Phnom Penh                             erwischt :-)

Seit dem 7. Februar nun also Vietnam. Schwer zu sagen woran es liegt, aber vom ersten Moment an fühle ich mich wohl in diesem Land. Die erste Station ist wie geplant Chao Doc, gleich hinter der Grenze. Eine für vietnamesische Verhältnisse kleine Stadt. Ich muss viele Hallo’s erwidern und die Leute versuchen immer mal wieder dich kurz zu berühren, so viele Touristen scheinen hier also nicht Station zu machen. Am nächsten Tag weiter nach Can Tho, ebenfalls an einem Mekong Arm. Ich habe hier eine Bootsrundfahrt, die mich ab 5.30 Uhr morgens in den Sonnenaufgang schifft und an zwei schwimmenden Märkten (man verkauft gleich vom Boot aus) vorbei langsam immer tiefer in das Hinterland bringt. Das kleine Boot hat nur mich als Fahrgast, der “Kapitän” ist gleichzeitig mein Guide. Coole Sache. Am Tag darauf ziehe ich mit einem richtig guten MTB los und erkunde immer schmalere Strassen bis die zu Pfaden werden und auf immer kleineren Brücken immer schmalere Kanäle überwinden. War das nächste tolle Abenteuer zwischen Reisfeldern und Wasserbüffeln. Mit dem Besuch im Mekongdelta bin ich mehr als zufrieden.

Markt in Chao Doc                  schwimmender Markt im Mekong Delta, mit guter Auswahl und                                                                     Verkaufsangebot am Mast festgebunden

Architektur in Can Tho   das komplette Leben im Delta spielt sich auf dem Wasser ab und selbst Boote haben Gesichter

Danach Ho Chi Minh Stadt oder wie fast alle Einheimische es immer noch bezeichnen: Saigon. Die Stadt kaum aufregend, vielleicht habe ich aber auch schon zu viele asiatische Großstädte gesehen. Die Einwohner haben inzwischen mehrheitlich ein kleines Motorrad und das Fahrrad ist nur noch ein Symbol für Armut. Der Verkehr auf den Strassen sorgt für Dauerstau, Busse quälen sich noch langsamer als die Zweiräder durch die Engstellen und für Fußgänger ist ein Überqueren gleichzusetzen mit dem Teilen des Roten Meeres. Für die Furchtlosen: Auf eine kleine Lücke im Verkehr warten und dann langsam aber bestimmt loslaufen. Zu 99,99 % weichen dir alle aus :-). Bin einen Tag mit auf Tour, besuche einen Daoismus Orden (farbenfrohe Vereinigung von Katholizis-, Hinduis- und Buddhismus) und bei Co Chi die Tunnel der Vietcong. Neben viel Info aus Kriegszeiten ein klaustrophobisches Erlebnis durch die Tunnel zu kriechen und ein sehr lautes mit M 16 oder AK 47 herumzuballern.

mein Hightech MTB im Delta     Daoisten Tempel                   selbige beim Beten                                                                                                               3 Religionen - 3 Farben

Tunnel der Vietcong mit Eingang                              Verkehr in Saigon            ein alter Bekannter, häufig anzutreffen

Dann in die Berge im zentralen Hochland, nach Dalat. Auf 1.400 m Höhe erträgliche Temperaturen, brauche zum ersten Mal dieses Jahr am Abend lange Sachen. Schöne Gegend mit Seen, Wasserfällen und Vulkangipfeln. Einzig das Wetter ist ungewöhnlich und es regnet täglich (wir haben Trockenzeit!) An einem meiner Tagesausflüge mit dem Rad weicht es mich komplett ein, doch was uns nicht umbringt macht uns härter.

See bei Dalat, auf der einen...  ...und der anderen Seite              das verrückte Haus, von Ho Chi Minh’s Tochter gebaut

Danach erhöhe ich das Reisetempo, sonst geht mir (auch wenn es unglaublich erscheint) die Zeit aus. Wieder ans Meer bei Nha Trang. Geniale Strände und wenig Touristen. Schade, bei mehr Zeit wären die umliegenden Berge und Inseln drin gewesen.

Nha Trang                            der Strand gleich nebenan       Filmaufnahmen im Tempel        die Eisenbahn vor der Haustür

                                 I m p r e s s i o n e n  a u s  V i e t n a m

Im Nachtbus nach Hoi An: Altstadt aus Kolonialzeiten mit Charme und Elleganz. Macht Spaß durch die Gassen zu streifen und nachts sieht man Hunderte von Laternen überall. Ein Kurzausflug zu den Ruinen von My Son zeigen Strukturen wie in Angkor Wat, nur viel kleiner und zerfallener, dafür aber mit mehr grün zwischen den Steinen. Sieht echt mystisch aus. Schnell weiter nach Hue, vor 200 Jahren noch Hauptstadt. Das Zentrum war mal so was wie die Verbotene Stadt in Vietnam, allerdings hat der Unabhängigkeitskrieg gegen Frankreich viel zerstört, und das Meiste was dann noch stand haben die Amis Ende der 60ger platt gemacht. So hat wohl fast jedes Land auf dieser Welt mehr oder weniger freiwillig dafür gesorgt das ein wertvoller Teil seiner Vergangenheit in Schutt und Asche ging. Was für ein Verlust.
Was inzwischen auffällt: Es sind immer weniger Touristen zu sehen. Die Transportmittel erscheinen immer leerer (waren vorgestern nur zu dritt in einem Reisebus und auf der heutigen Tour den Hue Fluss entlang zu alten Tempeln, Pagoden und Gräbern gerade mal 4 Leute auf einem Boot auf dem 25 Platz haben). Entweder ist die Saison vorüber oder aber die globale Krise wirkt sich bereits auf die Urlaubsplanung aus. So wird das Werben um Touristen immer härter und manchmal nervt es schon wie oft man auf der Strasse angesprochen wird um eine Tour zu buchen, ins Restaurant zu kommen, ein Motorrad oder eine Rikscha zu benutzen (das sind die Schlimmsten und hartnäckigsten), deren Angebot sofort nahtlos weitergeht: Bier, Massage, Lady…
Wobei wir bei den kulinarischen Genüssen wären. Das Essen Top. Okay, wir sprechen immer noch von Nudeln oder Reis, aber das wurde mir auch schon in China nicht langweilig - wenn der Rest dazu passt. Ich lasse die lokalen Bezeichnungen weg, nützt euch eh nicht viel. Leckeres Gemüse und Tofu, Fisch bzw. Fleisch in allen Varianten. Grundpreis pro Portion: um einen Euro. Frühstück inzwischen nicht mehr im Restaurant europäisch, sondern auf der Strasse. Dank französischer Kolonialzeit gibt es an jeder Ecke Baguette. Die 20 bis 30 cm langen Teile werden mit Fleisch, Gemüse und Chili (das weckt auf am Morgen) gefüllt und kosten zwischen 25 und 35 Cent! Dazu gibt es den, meinem Geschmack nach, besten Kaffee auf der Welt. Weich, rund, stark und süß. Geniales Zeug mit Suchtgefahr.

Markt in Hoi An                      Laternen, Laternen, Laternen    Hoi An bei Tag...                  ... und Nacht

Festungszisterne in Hue          Flussrundfahrt                                                                                                                                                               die Thien Mu Pagode

Was sich in Hue, Vietnam, schon angedeutet hatte, wird bald zur traurigen Wahrheit. Mit dem Wechsel in den nördlichen Teil des Landes ändert sich nicht nur das Wetter (von nun an viele Wolken und so manch grauer Tag), auch die Menschen dem entsprechend. Nun verstehe ich warum mancher von Vietnam so enttäuscht ist. Nach dem überaus angenehmen und entspannten Süden sind die Leute hier häufig unfreundlich und auf unangenehme Weise nur hinter deinem Geld her. Eine Erfahrung auf die ich gern verzichtet hätte. Doch der Reihe nach:
Ein Nachtbus bringt mich in 14 Stunden von Hue nach Hanoi. Die Stadt hat von Anfang an schlechte Karten. Nieselregen, alles grau in grau, die Unterkünfte nicht besonders und alles um einiges teurer als im Rest des Landes. Naja, ich bleibe eine Nacht, sehe das Mausoleum von Ho Chi Minh und so manch Sehenswürdigkeit im halben Nebel.

Ho Chi Minh Mausoleum            hübscher Tempel                   Transportprobleme? Keine!         Zahnarzt zum Zuschauen

Gleich am nächsten Tag in die Halong Bay, DAS Highlight in Nordvietnam. Genau wie in Guilin, China, ragen Hunderte von Kalksteinfelsen steil in den Himmel, hier eben aus dem Meer. Den Transport nach Cat Ba Island organisiere ich privat, zu viele Geschichten von schlechten Touren die von Hanoi aus starten. Das Wetter ist wie so häufig um diese Jahreszeit recht mies (wollte ich immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein bräuchte ich einen Helikopter) mit Nebel, bedecktem Himmel, doch wenigstens trocken. Erkunde die Insel einen Tag mit dem Rad, um dann noch eine 2-Tages-Tour auf einem Schiff zu buchen. Das war eine alte Holzdschunke und absolut cool. Musste zwar häufig diskutieren (man bekommt zu 80% nie was einem zu Beginn versprochen wurde), vor allem weil in den 2 Tagen insgesamt 5 Guides für uns verantwortlich waren, aber letztendlich konnte ich das alles verdrängen und die Landschaft genießen. Am letzten Morgen kam sogar die Sonne teilweise raus und wir hatten das was man hier zur Zeit tolles Wetter nennt. Nebenbei war ich so manches Mal Zeuge wie einige Leute hier mehr oder weniger übers Ohr gehauen wurden. Das hinterlässt für das ganze Land einen bitteren Nachgeschmack.

Blick auf den Hafen von Cat Ba, ein Dorf auf dem Wasser, mit eigener Versorgung und spektakulärer Lage

Halong Bay im Nebel                kleiner Hafen vor der Höhle               die Höhlen zwischen Kitsch und purem Staunen

ein 5* Schiff in der Bay                       eine Landschaft die für sich selbst spricht

Zurück nach Hanoi und gleich weiter mit dem Nachtzug, denn es nieselt mal wieder in dieser Stadt vor sich hin. Es geht ganz hinauf nach Sapa, kurz vor der Grenze zu China. Die Touristenzüge waren schon alle ausgebucht, aber ich wollte eh einen Hartsitzplatz. Der kostet weniger als die Hälfte, ist jedoch zugegebenermaßen noch unbequemer als in China. Ich sitze auf einer Holzbank, die dazu so niedrig ist das ich nicht weis wohin mit meinen Beinen. Die Vietnamesen schauen verdutzt, denn sie sehen wohl nur sehr selten Touristen hier, was mir wiederum ein Lächeln auf die Lippen zaubert, denn das nennt sich Abenteuer. In Lao Cai, der Endstation des Zuges, ein weiteres Kapitel Nordvietnam. Die Minibusfahrer verlangen für die Strecke nach Sapa (38 km) das 8fache vom normalen Preis!!! Ich habe mein Hausaufgaben gemacht und weiß was ich verhandeln muss, doch erneut stört die Aggressivität der Leute. Sapa? Hübsch, wenn man die Umgebung mal aus dem Nebel auftauchen sieht. Kleine verträumte Dörfer, Reisterassen und bis zu 3.100 m hohe Berge. Hier auf 1.400 m erträgliche Temperaturen. Einen Tag wandern, einen Tag mit dem Motorrad die weitere Umgebung mit vielen kleinen und schönen Dörfern erkunden und einen Tag mit einer Gruppe nach Bac Ha, dem berühmten Sonntagsmarkt hier. So was habe ich auch noch nicht gesehen. Äußerst farbenfroh tragen die Leute ihre Trachten, handeln alles was man braucht (und nicht braucht) um hier zu überleben. Tiere von Huhn bis Büffel, Früchte, Gemüse, Stoffe und, und, und. Tolle Sache das miterlebt zu haben.

in Sapa                               kleine Dörfer in der Gegend      Reisterrassen ohne Ende...     ...und der harte Job darauf

       Der Sonntagsmarkt in Bac Ha, farbenfroh und voll kulinarischer Überraschungen...

Danach in Richtung Laos. Bin seit ein paar Tagen mit drei Polen unterwegs, Pjotr, Maui und Cami. Wir sind ein richtig tolles Team und finden unseren Weg durch die Berge. Drei Tage Bus fahren in Folge. Zuerst nach Dien Bien Phu, noch in Vietnam. Dann am nächsten Tag über die Grenze nach Laos. Der Grenzposten im Niemandsland lässt sich Zeit. Weder auf der einen noch auf der anderen Seite gibt es viel zu tun und die nächste “Stadt” ist auf beiden Seiten wenigstens 3 Busstunden entfernt. Es dauert bis wir in Muang Kuah, Laos ankommen. Die Strasse ein holpriger und sehr staubiger Feldweg durch die Berge. Immer wenn uns ein Fahrzeug entgegenkommt (recht häufig, wir treffen die Privatrallye Singapur - Macau) müssen wir stoppen denn die Sichtweite beträgt für einige Zeit nur ein paar Meter. Wir sehen nach der Fahrt auch entsprechend aus…
Immerhin schaffen wir es noch am selben Tag bis Udomxai, einer Provinzhauptstadt im Norden von Laos. Dort trennen sich die Wege der Gruppe und ich bin wieder mehr oder weniger solo, doch treffe gleich wieder ein Paar aus Kanada. Gemeinsamens Ziel: Luang Nam Tha, im äußersten Nordwesten von Laos, nahe Thailand, aber auch nahe China. Gleich um die Ecke ein Nationalpark. Ich leihe mir für drei Tage ein Mountainbike und kreuze durch die Gegend. Kleine Dörfer, nette Einheimische (das ist so ein großer Unterschied zu Nordvietnam) und viel Natur. Einzig störend: über der Gegend liegt ein dicker Hitzedunst. Die Nächte sind super, unter 20°C, doch am Tag knacken wir mühelos die 35°C. Ach ja, und es tut weh wenn man sieht wie viele Hänge abgeholzt sind, und das bei einem Nationalpark. Glückwunsch an die chinesischen Firmen die hier die Abholzrechte haben. Eines meiner Highlights im Park: Übernachte in einem Dorf privat. Bin nicht der erste Ausländer hier, aber wenigstens für einen Tag der Einzige. Mit den Einheimischen wohnen, essen und - naja - sehr schwierig unterhalten. Bin nun wieder in Udomxai, denn die nächsten Ziele liegen in entgegen gesetzter Richtung. Die Stadt ist zwar recht hässlich, doch die Küche ist super und ich werde heute noch zur Massage gehen: eine Stunde für drei Euro!!!

ein überfüllter Bus...             ... und die obligatorische Panne                das einfache Leben auf dem Land in Laos

mein Übernachtungsdorf         Nong Khiaw                           Strom = Fortschritt?                eine Restaurantküche

Nach knapp drei Wochen in Laos kann ich langsam anfangen es zu beurteilen. Dieses Land ist definitiv und mit Abstand das entspannteste in ganz Asien. Manchmal könnte man schon fast davon sprechen das die Leute an der Grenze dazu sind als faul zu gelten, das aber eben nur manchmal… Ansonsten sind sie freundlich auf sehr natürliche Art und Weise, was für ein wohltuender Kontrast nach dem vietnamesischen Norden. Ich händel inzwischen die 7. (eigentlich
8. Währung auf der Reise). Nach nepalesischer Rupie (Verhältnis zum Euro 1:100), Singapurdollar (1:2), malaysischem Ringit (1:4,85), thailändischem Baht (1:47), kambodschanischem Riel (1:6.000 oder in US Dollar), vietnamesischem Dong (1:22.500, war nach jedem ATM Besuch Millionär) nun der laoistische Kip (1:11.700, Millionär bin ich nur selten, denn der Bankautomat rückt mit einem Mal nur 700.000 Kip heraus was nur 60 Euro entspricht).
Die Reise passt sich der Geschwindigkeit im Land an. Bei den schlechten Strassen und alten Bussen schaffen die nur meist 30 Kilometer die Stunde. Mit den Pausen wird so eine 200 km Strecke zur Tagesreise. Nach Udomxai die Fahrt in ein kleines Dorf, Nongkhiaw. Bleiben nur eine Nacht, dann geht es mit dem Boot hinauf nach Muong Ngoi Neua (keine Krankheit, sondern ein Dorf). Ohne Straßenanschluss ein idealer Rückzugsort. Schon die Fahrt den Nam Ou hinauf wie ein Stück aus dem Film: “Apokalypse Now”. Habe im Dorf einen kleinen Bungalow mit Blick auf den Fluss für mich. Die nächsten Tage mit Freunden (zwei Paare aus Kanada und Belgien) auf dem Fluss mit einem Reifen stundenlang herumschwimmen (Tubbing), abmatten, kleine Partys feiern (Strom im Dorf übrigens von 18.30 Uhr bis 22.30 Uhr durch ein paar Dieselgeneratoren), baden (haben sogar einen Strand) und die Gegend mit kleinen Dörfern und Höhlen erkunden. Einen Tag ziehe ich allein los, Trekking als Full scale. 35 km durch den Dschungel des Hinterlandes von Dorf zu Dorf. Abgefahrene Geschichte. Rechts und links im Dickicht raschelte es so manches Mal und ich möchte gar nicht wissen was das alles für Getier war.

der Nam Ou bei Muang Ngoi Neua           eine Angelmethode    die Dorfhauptstraße               der Schweinestall

die Katze hieß “Hitler”            Albinowasserbüffel                 sah ich zu tausenden              the coke side of life

Danach ein bisschen weiter südlich nach Luang Prabang. Schöne Stadt, leider ziemlich touristisch mit schicken Cafes und nur noch wenigen bezahlbaren Betten. Dazu machen die Farmer der Gegend vielen einen Strich durch die Rechnung. Mit der alten Angewohnheit der Brandrodung verschaffen sie zusammen mit der Hitze die wie eine Glocke alles unter Kontrolle hält einen dicken grauen Schleier. Manchmal regnet es sogar ein wenig Asche.
Wenigstens sehe ich einen der schönsten Wasserfälle in diesem Land und habe mit etwas Glück einen der wunderschönen aber eiskalten Pools zwischen Felsen und Palmen ohne Touristen ganz für mich allein - ein Traum für alle Romantiker.
Weiter nach Vangvieng. Touristenmetropole der besonderen Art. Herrliche Gegend mit Fluss, steilen Kalksteinfelsen und Höhlen ohne Ende. Leider machen die meisten hier nur Tubbing, was bedeutet mit dem Reifen einen klitzekleinen Teil des Flusses herunterzukommen, wobei im Vordergrund steht sich an einer der vielen Bars mit Spaß-Rutschen und Schwingseilen sinnlos zu besaufen. Die Gruppen ziehen dann abends sturz betrunken und halbnackt durchs Städtchen, ein schönes Abbild der westlichen Kultur... Haben trotzdem eine herrliche Zeit. Kayaken, trekken und so manche Höhle erforschen, wobei wir bei der aufregendsten davon mit Hilfe von Reifen auf einem unterirdischen Fluss durch den halben Berg schwimmen. Genial. Nebenbei schaffe ich es sogar einige Gänge herunterzuschalten. Land und Gegend geben es her und ich denke mehr und mehr daran das in weniger als drei Wochen die Reise um ist. Schade drum, doch auf der anderen Seite war es ja garantiert nicht meine letzte…

Lao - eine tolle Sprache... der vielleicht schönste Wasserfall der Welt  laid back in Vangvieng   riesige Höhle zum Erforschen

Restaurant an der Straße       erneut tief unter der Erde         tubbing in Vangvieng              Abkühlungsbad

der Verkehr in Vientiane         “Arc de Triomphe” in Vientiane         Pha That Luang                 mobiler Laden

Bin nun in Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Das ist die mit Abstand ruhigste, entspannteste, und niedlichste Hauptstadt die ich je gesehen habe. Meist ein Verkehrsaufkommen wie in Crimmitschau, nur wenige Gebäude mit mehr als drei Stockwerken und alles gaaaaaaanz easy.
Heute Nacht geht es mit dem Schlafbus hinunter in den Süden. Pakse ist das nächste Ziel. Will noch mal in die Berge, denn im Tiefland nähern wir uns Tagestemperaturen von 40 Grad Celsius. Nicht so angenehm. Spätestens am 2. April wechsele ich hinüber nach Thailand, denn mein Visa für Laos läuft aus und wie gesagt geht am 7. April der Flieger zurück nach Deutschland.
Von Vientiane nach Pakse im Süden des Landes nahm ich für die knapp 700 km den Nachtbus. DIE Überraschung. Nach all den alten, klapprigen und zusammengeflickten Bussen gibt es diesmal ein Super Duper Gefährt. Um die 4 m hoch und alles vom neuesten und besten. Schwebe in der ersten Etage nur knapp unter den Straßenlaternen und habe eine sehr erholsame Nacht.

mein Superbus                      Sonnenuntergang in Pakse       Bun Wat Phu, Champasak         meine Honda für 8 Tage

In Pakse bin ich nur einen Tag. Hat außer dem inzwischen sehr breiten Mekong nicht viel zu bieten, dient aber hervorragend als Sprungbrett für die Gegend. Leihe mir für 8 (!) Tage ein kleines Motorrad aus und tobe durch die Gegend, vor allem über das Bolavenplateau. Auch hier oben (um die 1200 m) herrschen tags über mehr als 30 Grad Celsius, doch nachts kommen wir erholsamen 20 Grad nahe. Sehe Tee- und Kaffeeplantagen sowie einen schönen Wasserfall nach dem anderen. Müssen so um die neun Stück insgesamt gewesen sein… Na ihr wisst ja wie ich zu diesen Dingern stehe. Nebenbei ziehe ich von Dorf zu Dorf, schlucke so manchen Staub auf den Erdpisten und scheuche sogar einige Schlangen über selbige (wenn die wüssten das ich viel mehr Bammel vor ihnen habe). Danach fast bis an die kambodschanische Grenze, immer noch auf dem Motorrad um auch in die letzte Ecke zu kommen. Übernachtung in einem Dorf bei Einheimischen und ein Elefantenritt. Ehrlich? Ist nicht mein Ding. Schaukelt ohne Ende wenn man im Korb sitzt, und drückt nach kurzer Zeit in einer sehr männlichen Körpergegend wenn man der Lenker ist und direkt im Nacken des starrköpfigen Ungetüms sitzt (durfte ich für eine Viertelstunde sein).

Bolaven Plateau                    Yuang Wasserfall                   Tad Fane Wasserfall               Bolaven Plateau

Kaffeeplantagen überall...       ...und was man daraus macht          im Dorf übernachten und mit dem Elefant reiten

 Letzte Biker Station in Laos auf den 4.000 Inseln. Der Mekong ist hier ziemlich breit und flach und hat über die Jahrtausende mit Schwemmsand Hunderte (ich glaube nicht das es 4.000 sind) Inseln jeglicher Größe geschaffen. Herrlich. Erlebe noch einmal Urlaub vom Urlaub. Lasse die Seele baumeln und tue zwei Tage lang praktisch nichts. Baden (wie gesagt: Schwemmsand. Der schafft herrliche Strände), Wasserfälle gucken und tagsüber so gut es geht der Hitze entfliehen (sind bei knapp 40°C). Als ich in Pakse das Motorrad abgebe stehen 1.000 km mehr auf dem Tacho. Wer hätte gedacht das ich einmal in meinem Leben so weit durch das laotische Hinterland abenteuere ;-).

der Khone Phapheng Fall          “Hauptstraße” auf Don Det     Besucher im Bungalow             Tankstelle in Südlaos

Die Zeit in Laos ist damit um. Kämpfe mich mit lokalem Transport (kostet nur die Hälfte vom Touristenbus) hinüber nach Thailand, genauer gesagt nach Ayutthaya, ca. 2 Stunden nördlich von Bangkok. War mal die alte Hauptstadt, bis sie die Burmesen im 18.Jahrhundert komplett niedergewalzt haben. Schade drum, denn selbst die verbliebenen Sachen sind beeindruckend. Angkor Wat lässt hier und da grüßen.

in Ayuthaya, Wat Ratburana     Stupa etwas außerhalb           Wat Chai Wattanaram            Buddhagesicht in einer Wurze

Letztendlich Bangkok. Leiste mir was zum Abschluss. Hotel mit Klima, TV, Kühlschrank und King Size Bett. Preis pro Nacht: 16 Euro. Das habe ich mir verdient. Vor allem Klima ist wichtig, sonst komme ich in Bangkok zu keinem erholsamen Schlaf. Gehe noch ein wenig shoppen und fahre einen Tag hinaus nach Samut Prakang. Dort sind Teile des Landes nachgebaut. Ich hatte nicht viel erwartet, etwa Miniworld oder so was. Weit gefehlt. Im wohl größten Freilandmuseum der Welt wurden Tempelruinen nachgebaut, sind Paläste entstanden die gar nicht mehr existieren und neben vielen Erläuterungen sind alte Dörfer und Architekturbeispiele in einen schönen Park eingebunden. Ach ja, die Maßstäbe bewegen sich zwischen 1:5 und 1:20. Das heißt man kann in den Häusern sogar herumlaufen. Irre. Für die 15 km Rundweg brauche ich ein Rad und mehr als drei Stunden.

   in Samut Prakan bei Bangkok, nachgebaute Tempel, Paläste und so manch schönes Detail

Das war es nun also: Am 7. April 2009 bringt mich die Air Berlin zurück nach Deutschland. Voll mit Eindrücken, Erlebnissen und mit tausenden von Fotos im Gepäck verlasse ich Asien. Ausgeruht und voller Vorfreude geht es darum Familie und Freunde zu sehen, sowie ab dem 30.04.2009 einen neuen Job anzutreten.